Sächsischer Schienenverkehr im Abgesang?
Dresden, 19. März 2016. "Straße gut - Schiene Katastrophe", so lässt sich die Meinung des SPD-Verkehrsexperten Thomas Baum, MdL, zum aktuellen Bundesverkehrswegeplan auf den Punkt bringen. Sein Eindruck zum am 16. März 2016 von Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) vorgelegten Plan ist, "dass Sachsen wohl immer weiter abgehängt werden soll".
Abbildung: Das Görlitzer Neißeviadukt - hier während der Sanierung im Jahr 2013 - erlaubt eine durchgehende Zugverbindung von Dresden bis Breslau (Wrocław).
Elektrifizierung Dresden-Görlitz und Ausbau Görlitz-Cottbus nicht vordringlich?
Der Straßenbau steht in Sachsen vergleichsweise gut da: Viele wichtige Projekte, so der Südverbund Chemnitz, die Ortsumgehung Freiberg, aber auch kleinere Vorhaben wie die Ortsumgehung Wellaune (B2) in Nordsachsen, wurden berücksichtigt. Laufende Projekte, wie die Fertigstellung der B178 zur A4 und nach Zittau seien laut Baum ohnehin in der höchsten Priorität eingeordnet. Auch die Ortsumgehung Krauschwitz wird im vordringlichen Bedarf aufgeführt.
Katastrophal aber sei, so Baums Einschätzung, die fehlende Berücksichtigung wichtiger Schienenprojekte: "Sachsen ist das Tor nach Mittel- und Osteuropa. Bundesverkehrsminister Dobrindt hat offensichtlich aus seiner bayerischen Perspektive noch immer nicht erkannt, dass Deutschland - und insbesondere Sachsen - nicht mehr am Rande, sondern mitten in Europa liegt und wir deshalb gut ausgebaute Bahnverbindungen zu unseren mittel- und osteuropäischen Nachbarn brauchen."
Baum kann nicht nachvollziehen, dass beispielsweise die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz und der Ausbau der Strecke Görlitz-Cottbus nicht vordringlich sein sollen. Genau so sieht er die Neubaustrecke Dresden-Prag (Praha) - immerhin ist diese Strecke Teil der transeuropäischen Verkehrsachsen, der sogenannten TEN-Netze. Unbestritten ist: Die bestehende Strecke durch das Elbtal ist schon lange an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.
Auch die weiterhin komplette Abtrennung der Chemnitzer Region vom Fernverkehr ist aus Baums Sicht skandalös und für Großstädte dieser Größe in Deutschland beispiellos. Baum: "Man kann den Eindruck gewinnen, dass zwar sprichwörtlich viele Wege nach Rom, aber Bundesverkehrswege nicht nach Chemnitz, Prag oder Polen führen.“ Doch resignieren will der Landtagsabgeordnete nicht: "Zusammen mit Verkehrsminister Dulig werden wir parteiübergreifend mit den sächsischen Bundestagsabgeordneten und natürlich auch mit den Kollegen aus dem Landtag für eine bessere Anbindung Sachsens kämpfen."



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- Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 18.03.2016 - 12:20Uhr | Zuletzt geändert am 23.09.2021 - 20:07Uhr
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