"Görlitz" soll Kreisname werden

Niesky. Der Kreistag des Niederschlesischen Oberlausitzkreises (NOL) hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, das ab 1. Januar 2008 bestehende neue Verwaltungsgebilde als "Landkreis Görlitz" zu bezeichnen.

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NOL-Kreistag sucht Kompromiss zwischen schlesisch und oberlausitzisch

Bei dem Thema kochen die Emotionen hoch: Der Name des neuen Kreises nach der anstehenden Kreisgebietsreform. Die Identitätenbewahrer zerren um schlesisch, oberlausitzisch, niederschlesisch, sächsisch, Görlitz und darum, ob es überhaupt "die Lausitz" gibt.

Die CDU/FDP-Fraktion des NOL-Kreistags hatte bereits im Februar den Antrag zur Behandlung dieses Themas gestellt. Der Kreistag einigte sich aber darauf, das Thema im März zu behandeln. Landrat Bernd Lange gab zuerst allgemeine Informationen zur Funktionalreform und erläuterte die bisherige Zusammenarbeit der Verwaltungen. Die Stellungnahme der Landkreisverwaltung zum Entwurf des sächsischen Kreisgebietsneugliederungsgesetzes wurde an die Fraktionen übergeben.

Danach schilderte Landrat Lange noch einmal seinen Standpunkt zum Namen des neu zu bildenden Kreises. Den Landrat selbst erreichten im Vorfeld zahlreiche Meinungen, dass mit dem Namen "Görlitz" die schlesische Identität verloren gehe. Diese Bedenken konnte der Landrat aber zerstreuen. Denn mit Görlitz wird ein fairer Kompromiss zwischen den Befürwortern Niederschlesiens und der Oberlausitzer erreicht. Nach kurzer Diskussion sprach sich der Kreistag mehrheitlich für Görlitz aus.

Momentan sieht der Gesetzesentwurf noch den Namen "Neißekreis" vor. Mit dem Beschluss des Kreistages soll erreicht werden, dass bereits im Gesetzentwurf "Görlitz" als neuer Kreisname geführt wird. Der neue Kreistag kann abschließend über den Namen beschließen, hat so aber bereits eine Handlungsoption.


Kommentar:

Sicher - "Landkreis Görlitz" ist ein guter Kompromiss, steht die Stadt doch gleichermaßen für die Oberlausitz und den niederschlesischen Restzipfel auf dem Gebiet des Freistaats Sachsen. Andererseits dürfte die Fokussierung auf eine Stadt bei den anderen Städten im neuen Landkreis für Befindlichkeiten sorgen - man denke an die einstigen Diskussionen zwischen Löbau und Zittau. Solche Wunden verheilen nur langsam. Und mancher Löbauer leidet so stark darunter, ein Autokennzeichen mit "ZI" für Zittau führen zu müssen, dass er sein Nummernschild gleich per Aufkleber der Lüge bezichtigt.

Dabei könnte man ja mal seine Phantasie spielen lassen, allerdings nur unter einer Bedingung: Der Name der ehedem im Osten beliebten Südfrucht bleibt außen vor.

"Wolfskreis", das hätte den Touch von Freiheit und Abenteuer, kombiniert mit einem Schuss Öko und einem Schwapp Grusel - aber was, wenn die Biester wieder abwandern? Ein "Westpolenkreis" hingegen wäre irreführend. Und "Ostsachsenkreis" klingt einfach nicht. Der vorgeschlagene "Neißekreis" dürfte bei den Mandauanrainern auf wenig Gegenliebe stoßen. An Geheimnisverrat würde ein "Bundeswehrübungskreis" grenzen. "Randkreis" - nur hoffnungslose Optimisten würden das in Verbindung mit Zucker bringen. Vielleicht ist es ja der Optimismus, der die zukünftig zusammengekreisten Bewohner eint.

Demnach bleibt nur eine realisitsche Alternative zum "Landkreis Görlitz": Der "Kreis der unverbesserlichen Optimisten",

meint Ihr Fritz Stänker

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  • Quelle: /FRS
  • Erstellt am 15.03.2007 - 09:37Uhr | Zuletzt geändert am 15.03.2007 - 09:59Uhr
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