Landratskandidat distanziert sich von Flugblatt
Landkreis Görlitz, 2. Juni 2015. Eine Partei, die den Begriff "Links" für sich pachten möchte, muss damit leben, dass sich das ganze linke Spektrum auf sie beruft. Erstaunlicherweise distanziert sich der linke Landratskandidat Mirko Schultze nun von einem im Raum Niesky aufgetauchten Flugblatt, das die Logos eines Aktionskreises "Willkommen in Niesky" und der "Antifaschistischen Aktion" trägt.
Abbildung: Ein Zittauer Hauswand im Jahr 2006. Wie man solche Schablonen herstellt, verbreitet beispielsweise die Antifa Görlitz. Das Flugblatt, auf das sich der Beitrag bezieht, liegt dem Görlitzer Anzeiger vor.
Linkspartei: Seriöse Politik, Chaos oder beides?
Im besten Wirrkopf-Deutsch werden ein KZ-Außenlager und die Bezahlung von Verwaltungsmitarbeitern mit der Aufnahme von Flüchtlingen in Niesky in Verbindung gebracht, die angeblich zusammengepfercht und der Möglichkeit beraubt würden, sich ihr Essen religionsgemäß zuzubereiten. Da ist von "Nazi-Nachbarn" die Rede und von Schuld, die Niesky sühnen müsse. Zum Schluss wird aufgerufen, die "rechtskonservative Landkreisspitze" abzuwählen.
Nun ist die Antifa nicht gerade für differenzierte Betrachtungsweisen bekannt, besonders wenn es gegen das Rechtsextreme geht, aber der auf dem Flugblatt verbreitete Kauderwelsch war dann dem Kandidaten Schultze (Vorsitzender des Kreisverbandes Görlitz der Linkspartei, Mitglied des Stadtrates Görlitz, Mitglied des Kreistages Görlitz und Mitglied des Sächsischen Landtages) doch zuviel: "Die Verfasser dieses zweifelhaften Flugblattes sind mir nicht bekannt und ich distanziere mich ausdrücklich von jedem Versuch, auf diesem Weg Bürgerinnen und Bürger von Niesky aufzuhetzen. Denn das ist, da bin ich mir sicher, das eigentliche Ziel des Flugblattes, das in Tonalität und Wortwahl stark an Propagandaschriften von rechts außen erinnert. Ähnliche undemokratische Versuche, unter Vortäuschung einer anderen Identität gegen politische Gegner vorzugehen, kennen wir leider bereits aus vergangenen Wahlkämpfen. Ich bin mir sicher, die Bürgerinnen und Bürger von Niesky werden Sorge dafür tragen, das auch in Niesky Flüchtlinge willkommen geheißen werden, Hilfe organisiert und Probleme im Dialog und nicht im Gegeneinander gelöst werden.“
Tipp!
Schultze ist heute, am 2. Juni 2015, um 17 Uhr in Görlitz auf einer Podiumsdiskussion mit Amtsinhaber Bernd Lange (CDU) zu erleben.
Kommentar:
Im Grunde müsste sich der vor allem in Görlitz beliebte Mirko Schultze von seiner Partei distanzieren, bietet sie doch Unterschlupf für unverbesserliche Weltverbesserer wie die Kommunistische Plattform oder die - satirisch anmutende - Linke Antikapitalistische Linke (LAKL) oder die Sehr kommunistische Plattform (SKPF), die vom "Sieg im Volkskampf" träumen und den Aufruf zum Aufhängen von Propagandamaterial ergänzen mit "Vertreter der Kapitalistenklasse kannst du gleich mitaufhängen" (Quelle, siehe Punkt 4). Spätestens an dieser Stelle ist Schluss mit lustig.
Lachen kann man dann aber doch noch, wenn auch hier gegen "rechtskonservativ" gewettert wird - allerdings in Richtung Kommunistische Plattform. Was sich so alles unter dem Dach der Linkspartei - ohne Gliederung der Partei zu sein - tummelt, ist auf deren Webseiten einsehbar.
Vor diesem Hintergrund erscheint es seltsam, wenn Schultze das Nieskyer Flugblatt nun "rechts außen" in die Schuhe schieben will. So intelligent sind die Rechten an der Basis nicht, Schulle,
meint Ihr Fritz R. Stänker



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- Erstellt am 02.06.2015 - 09:04Uhr | Zuletzt geändert am 02.06.2015 - 15:19Uhr
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