"Gründen und Wachsen" in Sachsen

Dresden. Mit zinsgünstigen Darlehen aus dem Förderprogramm "Gründungs- und Wachstumsfinanzierung" (GuW) konnten in Sachsen im vergangenen Jahr mehr als 3.160 Arbeitsplätze gesichert und mehr als 1.410 neu geschaffen werden. Die Sächsische Aufbaubank hat 2006 Darlehen in Höhe von insgesamt 80,8 Millionen Euro bewilligt.

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Zinsgünstige Darlehen gut nachgefragt

Diese Darlehen wurden mit Zuschüssen von 5,9 Millionen Euro besonders zinsgünstig gehalten. Laut Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Jurk konnte damit die Finanzierung von 455 Investitionsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen gesichert werden: "Die gute Nachfrage zeigt, dass nicht nur in der Industrie, sondern auch im Handel, im Handwerk und in Dienstleistungsbetrieben wieder stärker investiert wird und dass dieses Programm eine wirksame Hilfe dabei ist."

Von den Zuschüssen konnten vor allem Gründer und kleine Unternehmen in den Regionen profitieren. Im Rahmen des Programms "Regionales Wachstum" erhielten sie mit einem zusätzlichen Zinszuschuss von 0,8 bis 1 Prozent p.a. noch günstigere Konditionen zur Finanzierung ihrer Vorhaben. Von den insgesamt 455 Vorhaben kamen 376 Antragsteller aus den Regionen. Damit hat sich die regionale Kompenente des "GuW-Programms" zu einem festen Bestandteil der Finanzierung des Mittelstandes außerhalb der Zentren Dresden und Leipzig entwickelt.

Zinsverbilligte Darlehen sind für die Hausbanken wirtschaftlich nicht so interessant wie Geld, dass selbst ausgereicht wird. Das eigentliche Geschäft machen Förderbanken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau - Mittelstandsbank (KfW) und die Sächsische Aufbaubank (SAB). Für die örtlichen Kreditinstitute und Filialen bleiben nur relativ magere Durchleitungsprovisionen, die der Lust am Geschäft nicht förderlich sind. Vor diesem Hintergrund sieht Jurk dennoch eine positive Entwicklung: "Erfreulich ist, dass sich der Kreis der Antrag stellenden Banken zunehmend erweitert. Mit mehr als 60 Anträgen mit einem Volumen von 10 Mio. Euro hat das neue Jahr bereits sehr erfolgreich begonnen."

Beim ESF-Mikrodarlehen bleiben die Hausbanken, dass sich an Existenzgründer wendet, bleiben die Hausbanken ganz außen vor, es wird direkt bei der SAB beantragt. Trotz sehr günstigem Zins bleibt bei diesem Darlehen eine Hürde: 30 bis 40% Eigenkapital, ggf, in Form von Eigenleistung, müssen aufgebracht werden.

Mehr:
http://www.sachsen.sab.de


Kommentar:

Dass der Staat mit seiner Förderbank namens SAB sich für Gründungen und Wachstum engagiert, das passt gut zu Sachsen, dem deutschen Ur-Ländle.

Allerdings hat sich die SAB auch den Ruf eines komplizierten und schwerfälligen Molochs eingehandelt. Wenn die SAB ...zig Millionen Euro an Fördermitteln an die EU zurück gibt, dann darf unterstellt werden, dass komplizierte Anträge und schleppende Bearbeitung ihren abschreckenden Anteil daran haben.

Unvergessen die SAB-Veranstaltung vom 16. Oktober 2006 in Bischofwerda, als Mitarbeiterinnen - alle ganz management-like in schicken dunklen Hosenanzügen - die neue EU-Förderung für die Zusammenarbeit Sachsen-Tschechien präsentierten (der Görlitzer Anzeiger berichtete: http://www.regional-magazin.de/goerlitz/gesellschaft/832_foerderung-zusammenarbeit-sachsen--tschechien.html): Über etwa zwei Stunden wurden mit einem (auch schicken) Beamer Texte aus (schicken) Laptops an die Wand projiziert und vorgelesen. Ja, wenn das der Arbeitsstil ist . . . Die Anwesenden fanden´s nicht schick, wie mit ihrer Zeit umgegangen wurde, beschränkten sich aber auf leises Stöhnen und Spötteleien. Wie eingeweihte Kreise aus der Gerüchteküche erzählen, ist eine gleichartige SAB-Veranstaltung in Tschechien nicht so geduldig aufgenommen worden - die Tschechen hätten erkannt, dass "das" nicht ihr Europa ist und seien gegangen.

Es gibt also Hoffnung für Europa, und natürlich auch für die SAB (denn die wird ja noch gebraucht!),

meint Ihr Fritz Stänker


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  • Quelle: /TEB
  • Erstellt am 19.02.2007 - 14:38Uhr | Zuletzt geändert am 19.02.2007 - 15:50Uhr
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