Hilferufe halfen nicht

Großschweidnitz. Am vergangenen Sonntag, de, 22. Juni 2008, gab es auf der Maßregelvollzugsstation 11 des Sächsischen Krankenhauses (SKH) Großschweidnitz einen Zwischenfall, der einen Polizeieinsatz notwendig machte und bei dem ein Pfleger Verletzungen erlitt.

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Zwischenfall auf Station 11 SKH Großschweidnitz

Die Station 11 ist eine geschlossene Station, die von neun Patienten bewohnt wird.

Gegen Zwei Uhr wurde ein diensthabender Pfleger von einem Patienten unter einem Vorwand in den Aufenthaltsraum der Station 11 gerufen. Als der Pfleger dort eintraf, wurde er ohne Vorwarnung von zwei Patienten festgehalten und aufgefordert, die Tür zum Medikamentenraum aufzuschließen. Als der Pfleger dies ablehnte und durch laute Hilferufe das übrige Stationspersonal auf seine Situation aufmerksam machte, wurde ihm der Generalschlüssel gewaltsam entwendet, bevor Kollegen zu Hilfe eilen konnten.

Während es dem tatkräftig einschreitenden Stationspersonal gelang, einen der Täter dingfest zu machen und den verletzten Kollegen in Sicherheit zu bringen, schafften es die beiden anderen Patienten, sich im Medikamentenraum einzuschließen und ihre Sucht zu befriedigen. Den herbeigerufenen Polizeieinheiten gelang es schließlich in den frühen Morgenstunden, die beiden im Medikamentenraum befindlichen Patienten zu überwältigen.

Ein Patient musste mit Tablettenvergiftung in das Krankenhaus Ebersbach eingeliefert werden. Die übrigen Patienten der Station wurden in anderen Einrichtungen des Maßregelvollzugs untergebracht, da die Station 11 in Großschweidnitz wegen des Polizeieinsatzes gegenwärtig nicht mehr die ausreichende Sicherheit gegen einen Ausbruch bietet.

Derzeit laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Das Sächsiche Sozialministerium betont, dass zu keinem Zeitpunkt die Gefahr von Ausbrüchen bestand.

Für die Maßregelvollzugsklinik des SKH Großschweidnitz entsteht gegenwärtig ein Neubau, der in ca. neun Monaten zur Verfügung stehen wird und sowohl für die Sicherheit des Personals wie auch für Patienten und Bevölkerung wesentlich bessere Bedingungen als gegenwärtig bieten wird.

Dank dem umsichtigen Verhalten des Stationspersonals im SKH Großschweidnitz erlitt der geschlagene Pfleger keine bleibenden Schäden. Er wird aller Voraussicht nach in Kürze seinen Dienst wieder aufnehmen können.

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 23.06.2008 - 20:12Uhr | Zuletzt geändert am 23.06.2008 - 20:12Uhr
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