Reisen ohne Reue

Hannover. Mit Beginn der Urlaubszeit laden weit entfernte und exotische Reiseziele wieder Millionen Sonnenhungrige aus Deutschland zur Entspannung ein. Hierzu nehmen Feriengäste häufig lange Flugreisen von zehn bis 20 Stunden in Kauf – zu verlockend die Aussicht auf garantiert hohe Temperaturen und traumhaft schöne Ferienparadiese. Bei Reiseantritt nur auf Erholung bedacht, rechnen die wenigsten Menschen mit gesundheitlichen Gefahren, die über den Wolken drohen. Stundenlanges, eingeengtes und bewegungsarmes Sitzen begünstigt die Entstehung von Blutgerinnseln in Beinvenen, auch Thrombosen genannt.

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Gefahr von Reisethrombosen häufig unterschätzt

Diese entstehen, wenn die Muskelpumpe, die für den venösen Rücktransport des Blutes verantwortlich ist, nicht ausreichend gefordert wird. Erste Anzeichen: Schmerzen, Schweregefühl und Schwellungen in den Beinen. „Löst sich dieser Blutpfropf und gelangt er mit dem Blutfluss zum Herzen und dann in die Lungenarterie, kann es schnell zur Überlastung des Herz-Kreislaufsystems kommen. Im schlimmsten Fall drohen Lungenembolie sowie Herzstillstand“, erklärt (MD) Dr. Dr. med. Stefan Hillejan, Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover.

Als besonders gefährdet gelten ältere Menschen, Übergewichtige, Schwangere, Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen, Raucher, Herz- und Zuckerkranke sowie Personen mit einer Krampfaderneigung.
Ihnen machen neben Bewegungsmangel und beengten Sitzverhältnissen ebenfalls trockene Luft und niedriger Luftdruck im Flieger zu schaffen. Mit einer Luftfeuchtigkeit von nur drei Prozent an Bord - als ratsam gelten 30 bis 50 Prozent - entspricht das einem Wüstenklima. Dadurch entsteht ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf, den Mineralwasser oder ungesüßte Säfte und Tees stillen. „Flugreisende sollten auf alkoholische und koffeinhaltige Getränke verzichten, da diese stark entwässernd wirken, welches wiederum zur Eindickung des Blutes und schlechten Durchblutung aller Gliedmaßen führt“, sagt Prof. Hillejan. Des Weiteren helfen bequeme Kleidung und weiche Schuhe, ein Platz am Gang oder Notausstieg, der für mehr Beinfreiheit sorgt, sowie regelmäßige Bewegung - sei es durch einige Schritte oder Fußkreiseln am Platz. Schon Kompressionsstrümpfe der Klasse I beugen wirksam Thrombosen vor. Bei stark gefährdeten Personen empfiehlt sich am Tag vor Reiseantritt die Gabe einer Ampulle Heparin, einem thrombosevorbeugenden Mittel. Betroffene sollten für einen entspannten Reisebeginn einen Phlebologen aufsuchen, um alle Vorsichtsmaßnahmen zu besprechen.

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  • Quelle: /openPR /Prof. (MD) Dr.Dr. Stefan Hillejan
  • Erstellt am 05.05.2006 - 19:30Uhr | Zuletzt geändert am 05.05.2006 - 19:30Uhr
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