Gegen den Stress beim Zahnarzt
Görlitz, 17. Juni 2020. Ob nun bei einem Zahnarzt in Frankfurt am Main, in Görlitz oder anderswo, für viele Patienten stellen diese Termine eine enorme Belastung dar. Nicht wenige Menschen haben sogar eine derartige Angst vor dem Zahnarztbesuch, dass sie diesen möglichst meiden. Dafür gibt es eine ganze Bandbreite an Gründen, von schlechten Kindheitserinnerungen über die Angst vor großen Schmerzen bis hin zu für den Patienten regelrecht gruseligen Geräten.
Ängste in einer ungewohnten Situation – was man tun kann

Diese Ängste, bekannt auch als Zahnbehandlongsphobie, sind sehr belastend und können zu regelrechten Stresssituationen führen. Betroffene nehmen lieber in Kauf einen Zahn zu verlieren, als vielleicht eine kleine Kariesstelle sanieren zu lassen. Doch woher kommen Angst und Stress beim Zahnarzt und was kann man dagegen tun?
Vielfältige Gründe für Stresszustände
Die psychische Belastung vor dem Zahnarztbesuch und während der Behandlung hat viele Ursachen, etwa:- die Angst vor unangenehmen Ermahnungen zur Zahnpflege
- die ungewohnte Umgebung und Gerüche
- die Geräte mit ihren unterschiedlichen Geräuschen
- die als ausgeliefert sein empfundene Sitz-/Liegeposition, noch dazu mit offenem Mund
- fehlende Kommunikationsmöglichkeiten, während der Zahnarzt im Mund agiert
- die Angst vor Schmerzen während der Behandlung und danach
- nicht zuletzt die Angst vor finanziellen Belastungen durch Implantate oder Zahnersatz
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- Quelle: red | Foto Zahnarzt: Movidagrafica / Rafael Juárez, Pixabay License; Foto Mund: ales_kartal / Aleš Kartal, Pixabay License
- Erstellt am 17.06.2020 - 10:28Uhr | Zuletzt geändert am 17.06.2020 - 12:25Uhr
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Selbstverständlich sind längst nicht alle Personen gleichermaßen dvon betroffen: Für die einen ist es – wenn auch unangenehm – einfach nur Routine zum Zahnarzt zu gehen, für andere jedoch wird es eben zur Tortur.
Strategien, die den Stressfaktor reduzieren
Für diejenigen, die sich schon beim Gedanken an einen Zahnarztbesuch gestresst fühlen, gilt es eine ganz persönliche Strategie zu finden, wie sie besser damit umgehen können.Am wichtigsten ist es, dem Zahnarzt von seinen Angstgefühlen zu berichten; am besten weist man schon bei Terminvereinbarung darauf hin. Viele Zahnärzte haben sich ganz besonders auf Angstpatienten eingestellt und beispielsweise das Wartezimmer nicht nur funktional, sondern etwas wohnlicher eingerichtet. Sie erklären – auch ungefragt – dem Patienten jeden bevorstehenden Behandlungsschritt und die Geräte, die verwendet werden. Diese sogenannte Salamitaktik führt dazu, dass aus der großen imaginären Angst viele kleine und damit erträglichere Angstpakete werden.
Was aber nicht hilft ist den Teufel an die Wand zu malen und zu erläutern, welche unangenehmen und teuren Folgen drohen, wenn eine Behandlung unterbleibt. "Das liegt daran, dass das menschliche Hirn langfristige Zusammenhänge nicht verknüpfen kann", erläutert der Markersdorfer Unternehmensberater Thomas Beier und setzt als Beispiel hinzu: "Jeder Raucher wird zwangsläufig an Lungenkrebs sterben, wenn er nicht vorher an etwas anderem stirbt. Aber diese langfristige Kosequenz hält kaum vom Rauchen ab, weshalb auch die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen weitgehend wirkungslos sind. Dass man sich aber an einer heißen Herdplatte die Funger verbrennt ist ein kurzfristiger Zusammenhang, den das Hirn sehr gut verknüpft und speichert, was zu entsprechender Vorsicht führt."
Viel besser für den Zahnarzt-Patienten ist es, zu Beginn die ungefähre Zeitdauer der Behandlung zu nennen: Menschen ertragen unangenehme Situationen viel einfacher, wenn sie wissen, wann es vorüber ist. Natürlich kann sich der Patient auch selbst programmieren, in dem er sich sagt: "In spätestens einer halben Stunde bin ich hier wieder raus, dann ist es vorbei!"
Auch allgemeine Entspannungstechniken können hilfreich sein, etwa in Anlehnung an die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, bei der man gezielt Muskeln an- und wieder entspannt. Das bedeutet praktisch: Viele, die auf dem Behandlungsstuhl sitzen, verkrampfen sich unwillkürlich, etwa die Hände vorm Bauch. In dieser Situation sollte man seine Muskeln immer wieder ganz bewusst entspannen. Ein anderer Trick ist es, ganz bewusst sehr tief und langsam zu atmen. Ebenso kann Kopfkino helfen, indem man an eine sehr angenehme Situation denkt; tatsächlich helfen Glückshormone, Schmerzen zu dämpfen.
Alltagsstress ist übertragbar
Dauerstress im Privatleben oder Druck im Beruf bleiben nicht ohne Folgen. Die Gesundheit und ihre Robustheit insgesamt leiden, außerdem übertragen sich stressbedingte Verhaltensweisen in andere Lebensbereiche. Das führt dazu, dass bereits an sich harmlose Situationen für alle Beteiligten komplizierter werden, ist die Situation wie beim Zahnarztbesuch schon mit Stress aufgeladen, wird es umso schlimmer. Deshalb ist es ratsam, Stressoren – die stressauslösenden Faktoren,ob sie nun von innen oder außen wirken – möglichst aus allen Lebensbereichen zu verbannen.

