Zukunftskonzept für stationäre Apotheken

Görlitz, 28. Februar 2014. Die kleine Apotheke um die Ecke hat es heutzutage - in Görlitz wie in ganz Deutschland - schwer. Immer mehr Online Apotheken drängen in den Markt und zwingen den stationären Handel, neue Überlebensstrategien zu entwickeln. Er kann zwar mit Verbrauchernähe und Kompetenz punkten, hat es aber schwer, günstige Einkaufspreise zu verhandeln, da er keine großen Mengen abnehmen kann. Der Pharmakonzern Celesio entwickelte nun ein zukunftsweisendes Apothekenkonzept. So sollen sich kleinere Apotheken zu Verbünden zusammenschließen, allerdings trotzdem weiter unabhängig agieren können. Durch den Zusammenschluss profitieren sie von einem gemeinsamen Werbekonzept und Wiedererkennungswert. Zudem nimmt ein Zusammenschluss von Apotheken größere Mengen an Medikamenten und kann so bessere Einkaufspreise verhandeln. Durch die Globalisierung ist es möglich nicht nur deutschlandweite, sondern europaweite Apothekennetzwerke zu verwirklichen.

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Regulierung des Gesundheitssektors geht zurück

Bisher wurde der deutsche Gesundheitssektor reguliert und war stark von gesundheitspolitischen Entscheidungen und Maßnahmen abhängig. Jetzt aber soll er nach und nach dereguliert werden. Wettbewerb und Wachstum fördern heißt das neue Konzept. Die Preise werden nicht mehr von politischen Entscheidungen bestimmt, sondern setzen sich ganz natürlich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage zusammen. Für Verbraucher führt dies zu besserem Service und günstigeren Preisen.

Der Pharmahandelskonzern Celesio versucht die neuen Entwicklungen mit dem Konzept der Lloyd Gruppe aufzufangen. Was in England und Italien begann, setzten sie schließlich in Deutschland fort. Bereits vor einiger Zeit drückte es Markus Pinger auf der Hauptversammlung des Stuttgarter Pharmakonzerns Celesio so aus: "Angesichts der wachsenden Bedeutung des Pharma-Einzelhandels wollen wir unser eigenes Apothekengeschäft offensiv ausbauen und europaweit zu einem schlagkräftigen Verbund integrieren." Gemeinsam können innovative Konzepte durchgesetzt, Mitarbeiter geschult und besserer Service geboten werden. Durch ein einheitliches Branding der Lloydgruppe haben Kunden es leichter, sich mit der Apotheke zu identifizieren. Sind sie überzeugt, werden sie auch auf Reisen oder beim Wechsel des Wohnortes weiterhin das Lloyd-Logo erkennen und ihrer Lieblingsapotheke treu bleiben.

Demographischer Wandel puscht Nachfrage

Grundsätzlich führt der demographische Wandel in den nächsten Jahren dazu, dass die Nachfrage nach Medikamenten und medizinischer Versorgung immer weiter steigt. Ältere Kunden haben komplexere medizinische Probleme und lassen sich gern beraten. Sie brauchen häufiger Medikamente und bauen schneller ein Vertrauensverhältnis zu ihrer Apotheke auf.

Der wesentliche Vorteil stationärer Apotheken, im Gegensatz zum Online Handel ist die Möglichkeit, Service und Mehrwert weit über die einfache Medikamentenbestellung hinaus zu bieten. Dies kommt besonders den immer älter werdenden Kunden zu Gute. Vertrauen schafft Kundenbindung und so setzt die Lloyd-Gruppe vermehrt auf Mitarbeiterschulung. Es werden bereits jetzt verschiedene Schwerpunkte in der Beratung gesetzt.

Eine erste Schulungsrunde beschäftigte sich mit dem Thema Haut und Schmerz. Viele Konsumenten kennen die unterschiedlichen Wirkungsweisen der verschiedenen Schmerzmittel nicht oder haben Probleme mit ihrer Haut. Kunden sind dankbar, wenn sie beim Apotheker ihres Vertrauens diesbezüglich Hilfe bekommen und nicht sofort zum Arzt gehen müssen. Ärzte haben oft nicht genug Zeit, um ihren Patienten die jeweiligen Medikamente ausführlich zu beschreiben. Da kommt das Apothekenpersonal ins Spiel: Gut geschult, können sie die Lücke zwischen beschäftigtem Arzt und verunsichertem Patient schließen.

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  • Quelle: red | Foto: © www.goerlitzer-anzeiger.de
  • Erstellt am 28.02.2014 - 21:36Uhr | Zuletzt geändert am 02.03.2014 - 09:54Uhr
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