Alt-Görlitzer für Erhalt des Wochenmarktes auf der Elisabethstraße
Görlitz, 21. Juni 2013. So sah der Görlitzer Postplatz bis zur aktuell im Bau befindlichen Umgestaltung aus. Schon dräuen weitere Umgestaltungspläne: Soll etwa der Wochenmarkt von der Elisabethstraße auf den Postplatz umziehen, um Platz für Parkblech zu machen? Der planerische Aktionismus macht auch dem Kölner Werner Jungnitsch, aufgewachsen in Görlitz und der Stadt noch immer sehr verbunden, Sorge. Lesen Sie seinen Beitrag.
"Kulturelles Verständnis im Argen"

Von Werner Jungnitsch. Potzblitz! Das ist nicht die Gustel von BIasewitz! Nein, es ist ein Fantast mit der skurillen Idee, den seit 150 Jahren etablierten Wochenmarkt auf der Elisabethstraße zum Postplatz zu verlegen.
Bei diesem unerschöpflichen Einfallsreichtum befürchte ich sogar die Entsorgung der Muschelminna, um an dieser Stelle ein riesiges Glashaus als Vorratskammer für Obst und Gemüse zu errichten.
Kinderträume werden wach, wenn ich mit meiner Mutter, Hand in Hand, das Wegekreuz des Platzes überquerte und im klaren, kalten Wasser des Brunnens planschen konnte.
Der Wochenmarkt auf der Elisabethstraße bot gute Einkaufsmöglichkeiten, so dass ich als Schüler wöchentlich drei Mal mein Pausenobst bei einem griechischen Händler kaufte, der m.E. die frischeste Ware im Angebot hatte. Seine Schwiegermutter, Frau Schulz, war Eigentümerin eines "Tante-Emma-Ladens" und einer Wäschemangel, die von uns reichlich genutzt wurde. Beim Abbau des Obst- und Gemüsestandes am Spätnachmittag half ich öfter beim Transport in die Krischelstraße.
Nun lese ich im "StadtBild", dass auf dem Mittelstreifen der Elisabethstraße ein Parkplatz geplant ist und eventuell der sicher noch gesunde Baumbestand gefällt werden müsste. WAHNSINN! (hier ist dieses Wort am rechten Platz.)
Wer steckt nun hinter diesen irregeleiteten Fanatikern? Sicher eine handvoll unfähiger Stadtplaner, deren kulturelles Verständnis im Argen liegt. Es wäre der Beginn der Zerstörung einer altehrwürdigen Stadt, die Professor Kiesow zu erhalten versuchte und von der "schönsten Stadt Deutschlands" sprach.
Die Folgen wären unabsehbar: Verlust des erhofften "Weltkulturerbe", Ausbleiben der zahlreichen Touristenströme, Insolvenzen im Hotel- und Gaststättenbereich und hohe Einbußen bei Handel und Gewerbe.
Ich hoffe, dass der neugewählte Oberbürgermeister diesem Unfug ein Ende bereitet und als Demokrat einer eventuellen Bürgerinitiative Respekt verleiht.
Ihr Bürger von Görlitz, wehret Euch!
Wehret den Anfängen - bevor es zu spät ist!
Das ist die Meinung des in Görlitz geborenen, 91-jährigen
Werner Jungnitsch,
wohnhaft in Köln
Anlässlich seines 90. Geburtstages, den Werner Jungnitsch im Jahr 2012 in Görlitz feierte, hatte er dem Musikschulverein "Johann Adam Hiller" eine wertvolle Geige aus dem Jahr 1850 geschenkt. Die Sächsische Zeitung berichtete seinerzeit darüber.
Wissen aus Wikipedia:
Wer war die Gustel von Blasewitz?



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- Quelle: TEB | Werner Jungnitsch | Fotos: BeierMedia.de
- Erstellt am 21.06.2013 - 10:23Uhr | Zuletzt geändert am 01.04.2022 - 09:53Uhr
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