Hartz IV - Kostenexplosion offenbar hausgemacht
Luckau. Die Regierung gibt die derzeitigen Kosten für Langzeitarbeitslose von Januar bis April mit 9,2 Milliarden Euro an. Damit seien die Kosten für Hartz IV gegenüber dem Vorjahr um 14,2% gestiegen.
Die Internettplattform "Sozialticker" hat sich die offiziellen Zahlen der Langzeitarbeitslosen vom Statistischen Bundesamt genauer angeschaut und festgestellt, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen für den genannten Zeitraum im Gegensatz zum Jahr 2005 rückläufig ist. Im Durchschnitt waren im Jahr 2006 für Januar bis April 1.769.250 Langzeitarbeitslose gemeldet, wogegen es im Jahr 2005 im Durchschnitt 1.917.250 waren.
Mehr Verwaltungskosten als Auszahlungen
Wer diese Zahlen auf einen Langzeitarbeitslosen umrechnet, kommttdamit auf eine durchschnittliche Belastung pro Hilfeempfänger in Höhe von 1299,98 Euro für 2006 und 1043,16 Euro für 2005.
Was einem Langzeitarbeitslosen (gemittelt) tatsächlich zusteht:
- 345,- Euro für Singles
- Partnerschaften 311,- Euro
- Kinder und Jugendliche 276,- Euro, unter 14 Jahren 207,- Euro.
Durchschnittlich ist von ca. 320,- Euro auszugehen.
Für die Kosten der Unterkunft ist anzunehmen, dass jedem Langzeitarbeitslosen ca. 5,- Euro / m² zustehen bei ca. 45 m² = 225,- Euro ( diese Zahlen ergeben sich aus Mittelwerten - zurückgerechnet, wenn alle Bedürftigen auch Kleinstkinder alleine wohnen würden).
Damit ergibt sich ein Gesamtaufkommen von 545,- Euro pro Langzeitarbeitslosen im Monat. Dieser Wert dürfte aber in Wirklichkeit noch wesentlich geringer ausfallen, da mit wachsender Anzahl der Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft der Anteil der Unterkunftskosten erheblich sinkt.
Werden diesem durchaus großzügig ermittelten Wert von 545,- Euro / Monat die Aufwendungen gegenübergestellt, so ist zu erkennen, dass der Verwaltungsaufwand trotz sinkender Zahlen von Langzeitarbeitslosen seit 2005 von :
1043,16 Euro - 545,- Euro = 498,16 Euro für 2005
1299,98 Euro - 545,- Euro = 754,98 Euro für 2006
angewachsen ist.
Wenn die Regierung also von ausufernden Zahlen spricht, dann sind dies die Zahlen, die sie selbst produziert. Und es zeigt sich: Der Verwaltungsaufwand ist derzeit höher als die ausgezahlten Leistungen. Da die Auszahlungen großzügig kalkuliert wurden, ist die Diiskrepanz vermutlich noch größer als hier dargestellt.
Die Verwaltungskosten steigen durch mangelhafte Software, ständige Verfolgungsbetreuung und schlecht ausgebildete Sachbearbeiter immer weiter.
Veränderungen bei Hartz IV muss bedeuten, zuerst den Verwaltungsaufwand einzuschränken.
Hintergrund:
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- Quelle: /openPR0605231703 /Sozialticker /Dr. Jan Friedel
- Erstellt am 24.05.2006 - 08:55Uhr | Zuletzt geändert am 24.05.2006 - 08:55Uhr
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