Sterilisation und Euthanasie während des Nationalsozialismus
Görlitz-Zgorzelec. Zwangssterilisation und Euthanasie wurden als nationalsozialistische Verbrechen in ganz Deutschland verübt. Jetzt zeigt die Görlitzer NeisseGalerie eine Ausstellung aus Zwickau.
Schüler-Wander-Ausstellung kommt nach Görlitz
Die Schüler-Wander-Ausstellung hat ihre Wurzeln in einem Projekt des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau. Die Stadt war in Bezug auf die Verbrechen an Kranken und Wehrlosen keine Ausnahme - jedoch wurde auch hier verdrängt und verheimlicht, bis im jahre 2004 Religionsschüler der 11. Klasse des jetzigen Clara-Wieck-Gymnasiums begannen, Fragen nach den Opfern und Tätern der Sterilisation und der Euthanasie zu stellen.
Bei ihren umfangreichen Recherchen mussten die Schüler feststellen, dass kaum noch Zeitzeugen leben. Auch sind nur wenige Akten erhalten geblieben. Wichtige Dikumente waren vernichtet worden.
Seit 2006 gehen die Religionsschüler in andere Städte und stellen in Schulen ihr Projekt vor. Sie regen an, dass die Schüler und Lehrer beginnen sollten, in ihrer Region diese Verbrechen aus der NS-Zeit aufzuarbeiten. In den Städten Kamenz, Schneeberg, Leipzig, Wilkau-Haßlau, Magdeburg, Werdau und Aue wurde begonnen, mit ähnlichen Projekten die Vergangenheit zu erhellen.
Hingehen!
Ausstellungszeitspanne: 2. bis 30. September 2008
Vernissage: 2. September 2008, 17 Uhr
Ausstellungsort: NeisseGalerie, Elisabethstraße 10/11, Görlitz
Öffnungszeiten: Von Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr; sonnabends 10 bis 16 Uhr
Die Voranmeldung für Schulklassen ist unter Tel. 03581- 87 83 01 erwünscht.
Mehr:
http://www.euthanasie-ausstellung.de
Hintergrund - Auszug aus einem Faltblatt des Clara-Wieck-Gymnasiums zur Ausstellung:
1939 verfügte Hitler, dass unheilbar Kranke dem „Gnadentod“ zugeführt werden mussten. Ohne gesetzliche Grundlage wurden daraufhin Menschen gemordet und kaum jemand hat Widerstand geleistet. Das Morden wurde als „Führerbefehl“
hingenommen.
Nach deutscher Gründlichkeit entstand ein Mechanismus der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“. Die Zentrale saß in Berlin, Tiergartenstraße 4. Als Tarnung wurde sie als T4-Aktion bezeichnet. Systematisch und penibel wurden die Opfer über Meldebögen erfasst. In der T4-Zentrale wurde dann ohne Krankenblatt und ohne den Menschen jemals gesehen zu haben, über Leben oder Tod entschieden. Anfangs wurde mit dem Amtsarzt Rücksprache gehalten, doch aus Geheimhaltungsgründen wurde dies später unterlassen.
Zur Vertuschung wurden die Opfer gewöhnlich in ein Zwischenlager gebracht und von dort in Bussen zur Vernichtungsanstalt transportiert und fast immer sofort vergast. In Sachsen geschah dies in der Anstalt Pirna-Sonnenstein. Den Angehörigen wurden amtliche Briefe, in denen fingierte Todesursachen angegeben waren, zugeschickt und andere Standesämter haben eine falsche Todesurkunde ausgestellt.
1941 stoppte Hitler die T4-Aktion, aber das Morden ging weiter. Das wird als dezentrale oder „wilde“ Euthanasie bezeichnet. Die Opfer wurden durch Spritzen oder Nahrungsentzug in Kliniken und Heilanstalten umgebracht. Auch Kriminelle wurden vernichtet, indem sie zuerst „psychiatrisiert“ wurden, um sie dann ohne Gerichtsurteil heimlich umzubringen.
Die NeisseGalerie ist ein Projekt der Görlitzer SAPOS gemeinnützigen GmbH.



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- Quelle: /red | Grafik: /Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau
- Erstellt am 27.08.2008 - 08:29Uhr | Zuletzt geändert am 27.08.2008 - 08:55Uhr
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