AMAL verabschiedet sich

Görlitz-Zgorzelec | Wurzen. Seit Dezember letzten Jahres ist bekannt, dass AMAL für die Beratung für Betroffene rechtsextremer Gewalt keine Förderung mehr erhalten wird. Die Sächsische Staatsregierung forcierte eine Umstrukturierung der sächsischen Opferberatung - genau das führte zur Abwicklung von AMAL. Es ist offensichtlich, dass dieser Einschnitt die Beratung für Betroffene rechter Gewalt in Sachsen schwächt. Für Januar und Februar 2008 erhielt AMAL noch eine Finanzierung für die Beendigung des Projektes aus dem Programm „Weltoffenes Sachsen“. Zum 29. Februar 2008 stellte AMAL nun die bisherige Arbeit ein.

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Zentralisierungseifer zerstört funktionierende Strukturen

Alle fünf Hauptamtlichen sind seit Wochen mit der Abwicklung des Projektes beschäftigt und ab seit dem 1. März 2008 arbeitslos. Das Görlitzer Büro ist zu und auch die Festnetz- sowie die Mobilfunknummer werden zum Monatsende abgeschalten. Das Wurzener Büro kann bis auf Weiteres im BürgerInnenzentrum D5 des Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. bleiben.

AMAL ist auch weiterhin erreichbar:

AMAL e.V.
Hospitalstr. 30, 02826 Görlitz
eMail: goerlitz/at/amal-sachsen.de /at/=@

AMAL e.V.
Domplatz 5, 04808 Wurzen
Tel. 03425 - 85 15 41
eMail: wurzen/at/amal-sachsen.de /at/=@

Das bisher vom Wurzener Beratungsteam genutzte Mobiltelefon 0172 - 9 74 36 74 wird voraussichtlich weiter durch die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. für den Regierungsbezirk Chemnitz genutzt. Formal ist nun dieser Verein für die Beratung von Betroffenen rechtsextremer Übergriffe in Sachsen zuständig. Infos und Kontaktdaten finden sich unter www.raa-sachsen.de.

Der gemeinnützige AMAL e.V. hat in den vergangenen sieben Jahren eine professionelle Beratungsstruktur für Betroffene rechtsextremer Gewalt aufgebaut, die es zuvor in Sachsen nicht gab. Sein Anliegen war es dabei stets, das Thema rechtsextreme Gewalt aus Sicht der Opfer in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.

Dieser kritische Einsatz für die Anliegen von Betroffenen wurde von den Zuwendungsgebern nicht mehr unterstützt. Deshaln muss AMAL die Unterstützung von Betroffenen rechtsextremer Gewalt auf professioneller Basis einstellen. Doch die AMAL-Aktivisten wollen weiterhin - nun auf vollständig ehrenamtlicher Basis - Rechercheergebnisse zu rechtsextremen Aktivitäten auf unserer Homepage zu veröffentlichen (Stichwort: Meldesystem).

Unterstützer sind dabei herzlich willkommen und sollen den Kontakt aufnahmen. Auf solche Unterstützung war vieles von dem, was mit Betroffenen und für Betroffene erreicht wurde, zurückzuführen.

AMAL möchte sich daher bei allen KlientInnen, UnterstützerInnen und KooperationspartnerInnen für das entgegengebrachte Vertrauen, die konstruktive Zusammenarbeit und die kritische Begleitung bedanken.

Die MitarbeiterInnen der AMAL-Opferberatung Görlitz und Wurzen meinen: Das Thema rechtsextreme Gewalt ist aktueller denn je. Bleiben wir dran!

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 02.03.2008 - 19:15Uhr | Zuletzt geändert am 02.03.2008 - 19:50Uhr
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