Sachsen-Fakten

Dresden. Der Sächsische Staatsminister des Innern, Dr. Albrecht Buttolo, und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher, haben heute das Statistische Jahrbuch des Freistaates Sachsen 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist die 16. Ausgabe eines Statistischen Jahrbuches des zum 1. Januar 1992 neugegründeten Statistischen Landesamtes.

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Statistisches Jahrbuch des Freistaates Sachsen 2007 erschienen

Das Jahrbuch bietet einen umfassenden Überblick über die demographische, wirtschaftliche und soziale Situation in Sachsen. In 23 Kapiteln enthält es auf 704 Seiten insgesamt 538 Tabellen und 30 farbige Grafiken auf 16 Schautafeln sowie zusätzlich Erläuterungen und Definitionen zum Verständnis des Inhalts. Um eine möglichst hohe Vergleichbarkeit mit den vorhergehenden Ausgaben zu gewährleisten, wurden Aufbau und Gliederung des Jahrbuches weitgehend beibehalten.

Zusätzlich zur gedruckten Version wird der Inhalt des Statistischen Jahrbuches auch in diesem Jahr wieder als CD-ROM zur Verfügung gestellt. Diese bietet den Inhalt des Jahrbuches auch in dem auf allen Computern lesbaren Acrobat-PDF-Format. Damit können die Tabellen und Grafiken originalgetreu entsprechend der gedruckten Ausgabe wiedergegeben werden.

Das Statistische Jahrbuch 2007 kostet einschließlich der beiliegenden CD-ROM 23 Euro.


Einige ausgewählte Ergebnisse aus dem Jahrbuch:

Gebiet und Bevölkerung

* Die Einwohnerzahl Sachsens nahm auch im Jahr 2006 weiter ab. Am Jahresende lebten noch 4 249 774 Einwohner in Sachsen, das waren 23 980 Personen (0,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. Der Bevölkerungsrückgang hat sich gegenüber dem Vorjahr (22 530) wieder etwas erhöht, war aber niedriger als die sieben Jahre zuvor.

* Die Zahl der weiblichen Bevölkerung ging mit 0,7 Prozent weiter schneller zurück als die der männlichen, die um 0,5 Prozent sank. 2006 lebten noch 102 264 mehr Frauen als Männer in Sachsen. Der Frauenüberschuss setzt jedoch erst mit dem 56. Lebensjahr ein, bis zu diesem Alter überwiegt der Anteil der männlichen Bevölkerung. Die Tendenz zum schnelleren Rückgang der weiblichen Bevölkerung wird sich auch in den folgenden Jahren fortsetzen. Nach Berechnungen der 4. Regionalen Bevölkerungsprognose werden 2020 nur noch rund 30 000 mehr Frauen als Männer in Sachsen leben.

* Der Anteil der jungen Bevölkerung nimmt weiter ab, während der Anteil der Personen im höheren Alter zunimmt. In Sachsen lebten Ende 2006 rund 1,23 Millionen 60-jährige und ältere Menschen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag wie im Vorjahr bei 29,0 Prozent. Am Jahresende 1990 waren lediglich 21,4 Prozent in diesem Alter. Dagegen beträgt der Anteil der unter 20-Jährigen nur 15,9 Prozent. 1990 waren es noch 24 Prozent. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern hat Sachsen den höchsten Anteil älterer und den geringsten Anteil jüngerer Menschen.

* 38,7 Prozent der Bevölkerung Sachsens waren Ende 2006 ledig, 45,7 Prozent verheiratet, 8,3 Prozent verwitwet und 7,3 Prozent geschieden. Gegenüber den Vorjahren nahm der Anteil der ledigen und geschiedenen Personen zu, der der verheirateten Personen dagegen ab. Für 1990 lauteten die Zahlen 35,0 Prozent (ledig) und 50,5 Prozent (verheiraet).

* Nach den Ergebnissen des Mikrozensus gab es im Jahresdurchschnitt 2006 in Sachsen 2 207 200 Privathaushalte. Der Trend zu kleineren Haushaltsgrößen setzte sich 2006 weiter fort. So stieg der Anteil der Einpersonenhaushalte auf den neuen Höchstwert von 41,3 Prozent aller Haushalte. Der Anteil der Haushalte mit zwei Personen stieg geringfügig auf 36,2 Prozent. Die Zahl der Haushalte mit drei und mehr Personen ging dagegen von 24,3 Prozent 2005 auf 22,6 Prozent zurück.

Bevölkerungsbewegung

* Im Jahr 2006 wurden in Sachsen fast genauso viele Kinder geboren wie im Vorjahr. Die 32 556 Lebendgeborenen bedeuten einen Rückgang um 25 gegenüber 2005. Die Zahl der Lebendgeborenen je 1 000 Einwohner betrug wie in den beiden Vorjahren 7,6. Damit nimmt Sachsen unter allen Bundesländern den elften Platz ein. Spitzenreiter ist Hamburg mit 9,2. Bundesweit wurden 2006 mit 672 724 Lebendgeborenen, das sind 8,2 je 1 000 Einwohner, die wenigsten Kinder seit 60 Jahren geboren.

* Wie bereits in den vorhergehenden Jahren wurden auch 2006 in Sachsen mehr Kinder von Müttern geboren, die nicht verheiratet waren als von verheirateten Frauen. So stieg der Anteil der Kinder, deren Eltern nicht miteinander verheiratet waren, auf 58,4 Prozent. Bundesweit wurden 2006 rund 30 Prozent der Kinder von nicht verheirateten Müttern geboren.

* Im Jahr 2006 wurden in Sachsen 16 754 Ehen geschlossen, das sind 402 weniger als 2005. Die Zahl der Eheschließungen betrug 3,9 je 1 000 Einwohner. Von den Eheschließenden waren drei Viertel vorher ledig, 23 Prozent geschieden und ein Prozent verwitwet.

* Der Trend zur immer späteren Heirat hält weiter an. Das durchschnittliche Erstheiratsalter ist gegenüber den Vorjahren weiter angestiegen. Die ledigen Männer, die 2006 die Ehe schlossen, waren im Durchschnitt 32,3 Jahre und die ledigen Frauen 29,4 Jahre alt.

* Im Jahr 2006 wurden 7 759 Ehen von den sächsischen Familiengerichten geschieden. Das waren 670 Ehen bzw. acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. In Sachsen kamen auf 10 000 Einwohner 18 Ehescheidungen. Von 10 000 bestehenden Ehen wurden 80 durch Scheidung beendet. Damit liegt Sachsen nach wie vor unter dem Bundesniveau. Die Zahl der 2005 bundesweit geschiedenen Ehen entspricht 24 Ehescheidungen je 10 000 Einwohner bzw. 110 Ehescheidungen je 10 000 bestehende Ehen. In Sachsen wurden die meisten Ehen nach einer Ehedauer von sechs Jahren geschieden (441 Fälle). Bemerkenswert ist, dass sich immer mehr Paare nach einer langen Zeit des Zusammenlebens trennen. So erfolgten 1 119 (14,4 Prozent) aller Scheidungen noch nach mehr als 25 Jahren Ehe.

* Die Zahl der von der Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder sank im Vergleich zum Vorjahr um 604 auf 5 629. Mehr als die Hälfte der geschiedenen Ehen hatte minderjährige Kinder. Fast drei Viertel der Ehen werden jedoch nicht durch gerichtliches Urteil, sondern durch den Tod des Ehepartners gelöst.

Produzierendes Gewerbe


* Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden Sachsens erreichten im Jahr 2006 mit einen Gesamtumsatz von 51,0 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Damit wurden Erzeugnisse und Leistungen im Wert von 6,3 Milliarden Euro, das waren 14,2 Prozent, mehr als im Vorjahr umgesetzt. Bereits 2004 und 2005 stieg der Gesamtumsatz um 9,1 bzw. 9,6 Prozent.

* Auch die Exporte der sächsischen Industriebetriebe stiegen weiter deutlich an. Der Auslandsumsatz erreichte im Jahr 2006 einen Wert von fast 17,4 Milliarden Euro, 27 Prozent mehr als 2005. Das war maßgeblich auf den Zuwachs in den Bereichen Fahrzeugbau (37,5 Prozent) und Herstellung von Büromaschinen; Elektrotechnik, Feinmechanik, Optik (30,9 Prozent) zurückzuführen. Die Exportquote (Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz) erhöhte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 34,1 Prozent.

Bautätigkeit und Wohnungswesen

* Am 31. Dezember 2006 gab es in Sachsen 779 325 Wohngebäude mit 2 290 034 Wohnungen und einer Wohnfläche von rund 159,0 Millionen Quadratmetern. Außerdem befanden sich 46 417 Wohnungen in Nichtwohngebäuden. Damit ging die Zahl der Wohnungen zum fünften Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr zurück. Je 1 000 Einwohner standen 550 Wohnungen zur Verfügung, drei mehr als im Vorjahr. Die Wohnfläche je Wohnung erhöhte sich in den letzten fünf Jahren um einen auf 69,5 Quadratmeter, die Wohnfläche je Einwohner stieg - auch durch den Rückgang der Bevölkerung - im gleichen Zeitraum von 36,8 auf 38,2 Quadratmeter. Auf jede Wohnung kamen durchschnittlich 1,8 Einwohner und 4,0 Wohnräume. In den genannten Angaben sind auch leer stehende Wohnungen einbezogen.

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  • Erstellt am 28.11.2007 - 22:25Uhr | Zuletzt geändert am 28.11.2007 - 22:32Uhr
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