Das Schönheitsideal gibt es nicht
Görlitz, 11. Oktober 2022. Von Thomas Beier. Ebenso wie über den guten Geschmack lässt sich auch über Schönheit streiten. Andererseits ist es regelmäßig müßig, jemanden vom eigenen Geschmack und dem eigenen Schönheitsempfinden überzeugen zu wollen. Gedanken zum schönen Thema.
Von Kunst und Kitsch und Schönheit überhaupt

In der Kunst ist einer der Gegenpole zum guten Geschmack der Kitsch. Wohl dem schlichten Gemüt, das den Kitsch als solchen nicht erkennt und ihm als der wahren Kunst huldigt! Vor sieben Jahren hat der Görlitzer Anzeiger eine Kitsch-Ikone zum Ärger mancher als solche bezeichnet. Wer aber Kitsch von Kunst unterscheidet, dann vielleicht auch noch Kunst von akademischer Kunst und sich obendrein weigert, bloße Entäußerungen von Kreativität bedingungslos als Kunst zu akzeptieren – ja, der hat es schwer.
In jungen Jahren sind die Menschen in ihrer Meinungsbildung oft rigoros: Das ist gut und jenes ist schlecht. Das ist nachhaltig und jenes Raubbau an den natürlichen Ressourcen. Das ist Kunst und jenes nicht. Um – stellvertretend – bei der Kunst zu bleiben: Erst nach und nach wächst die Erkenntnis, dass es so einfach nicht ist, irgendwann gar ist man dann soweit, dem verabscheuten Kitsch eine ganz eigene, oft heitere Ästhetik abzugewinnen.
Die Wahrnehmung von Schönheit ändert sich
Das persönliche Kunst- und Schönheitsideal von heute entwickelt und wandelt sich immer weiter; vor allem wächst die Toleranz. In Bezug auf die Schönheit ist das übrigens die Voraussetzung dafür, mit seinem Alter klarzukommen und nicht alle Spiegel aus dem Haus zu verbannen.Nehmen wir nur das schwierige Thema der Damenwelt. Wer wollte bestreiten, dass das auf sich selbst bezogene Schönheitsideal einer Sechzehnjährigen durchaus von dem einer Sechzigjährigen abweicht? Schon klar, bei solchen Themen kann man sich um Kopf und Kragen reden. Sicher gibt es Konstanten wie etwa Schlanksein – wenn die Lebensumstände und die Gene mitspielen. Und wer überhaupt will sich anmaßen, Schlankheit mit Schönheit gleichzusetzen?
Eines der erstaunlichsten Phänomene der Schönheit ist es, dass Schönheit erst durch kleine Makel interessant wird. Es ist der Leberfleck, ein winziger Gehfehler oder das Tattoo, das aus der Masse normierter Schönheit hervorhebt. Welches Gesicht ist interessanter, das jugendlich-makellose, das mit den ersten Lachfältchen oder jenes, das Bände spricht?
Schönheitsprodukte mit Zusatznutzen
Als Verbraucher einem Schönheitsideal zu folgen und dem zugehörigen Marketing, davon lebt heute eine ganze Industrie. Interessieren sich mehr potentielle Kunden für ein pflegendes Schönheitsbalsam – heutzutage Beauty Balm (BB) genannt – oder mehr für ein solches, das zusätzlich verspricht, Hautirritationen abzudecken, Fältchen zu glätten und zugleich Schutz vor UV-Strahlen und hautschädigenden Umwelteinflüssen zu bieten?Die Auswahl an solchen Produkten ist riesig. Wer eine BB Cream kaufen und ausprobieren möchte, muss zunächst mit gutem Gespür auswählen, um dann vielleicht erst einmal Erfahrungen zu sammeln. Abkürzen lässt sich das bei Anbietern, die ein Probenset im Sortiment haben. Die wichtigsten Anliegen guter Kosmetik sind jedoch nicht das Kaschieren vermeintlicher Makel, sondern kurzfristig die gepflegte Erscheinung und ganz langfristig ein Alterungsprozess, der ein ästhetisches Erscheinungsbild unterstützt.
Der Gesamteindruck zählt
Warum eifern Männer und Frauen mehr oder weniger bewusst überhaupt Schönheitsidealen nach? “Wer auf sich achtet, wird beachtet”, ist eine Erfahrung aus vielen Einstellungs- und Mitarbeitergesprächen, die Beier Consulting begleitet hat. Wertschätzung setzt Selbstwertschätzung voraus und die ist Voraussetzung für Akzeptanz – von anderen angenommen zu werden – und für Attraktivität, also anziehend für andere zu sein. Beides sind essentielle Grundlagen für Erfolg im Leben.Ein weiterer Punkt, der die persönliche Ausstrahlung maßgeblich beeinflusst, indem er Selbstwertschätzung und die der anderen zum Ausdruck bringt, sind die gelebten Regeln von Stil und Etikette. Neben den persönlichen Umgangsformen gehört dazu die stets situationsgerechte Kleidung. Je nachdem, auf welchem Parkett man sich bewegt, sollte man die sogenannten Dresscodes beherrschen – es sei denn, man fühlt sich gern als Fremdkörper und als solcher behandelt: Dann kann man auch in Jeans und T-Shirt in die Oper gehen.



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- Quelle: Thomas beier | Foto Zwerge: Czech / ivabalk, Pixabay License; Foto Engel: teadrinker / Martin Eklund, Pixabay License
- Erstellt am 11.10.2022 - 09:19Uhr | Zuletzt geändert am 11.10.2022 - 10:06Uhr
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