Rudi Rabauke: das erste Jahr als Redaktionshund beim Görlitzer Anzeiger
Görlitz, 19. November 2020. Wenn Kollegen oder Mitarbeiter ein rundes Firmenjubiläum begehen, wird gefeiert und Rückschau gehalten. Ein Jahr lang ist Rudi Rabauke nun Mitglied der Redaktion des Görlitzer Anzeigers – ein Jahr, dessen Fülle an Ereignissen es gebietet, eine Bilanz zu ziehen.
Viel Schaden, vor allem aber viel Freude

Zunächst aber das Wichtigste: Rudi hat sich prächtig entwickelt und ist meistens ziemlich artig. Er spielt gern, Lieblingsspielzeug ist ein zerbissener Fußball, wohlgemerkt zerbissen schon vor der 0:6-Bruchlandung der Deutschen Nationalelf gegen Spanien.
Allerdings ist sein Genmix – 70 Prozent Irish Terrier, den Rest teilen sich Husky und Border Collie – zu spüren. Wenn er zieht, dann arbeiten die vier Läufe wie der Allradantrieb eines schweren Geländewagens. Obwohl er mit der Redaktionskatze Miriam wegen ihrer recht eindeutigen Kommunikation aus Fauchen und die Krallen zeigen einen äußerst respektvollen Umgang pflegt, ist er auf Spaziergängen kaum zu halten, sobald ein Katzentier in Sichtweite gerät. Erst es wird es fixiert und spätestens, wenn es sich zu bewegen wagt, möchte Rudi losstürmen.
Hund im Haus – alles ändert sich
Doch auch aus dem Indoor-Hundeleben ist zu berichten. Die Redaktion selbst durfte in ihren Räumen erleben, was einem Welpen alles einfallen kann, wenn er seine Welt entdeckt und erforscht. Offenbar sind Kabel jeglicher Art eine Delikatesse – und zwar regelmäßig unmittelbar am Stecker. Nun ist das bei Netzkabeln kein Drama, da wird eben ein neuer Stecker installiert, nur ein nicht mehr beschaffbares Spezialkabel war nicht mehr zu retten: Gerät verschrottet.Dass Holzstühle und Möbelknäufe exzellente Knabberobjekte sind, ist noch heute sichtbar. Teuerster Einzelposten der ersten Jahresbilanz ist jedoch eine Brille. In einem unbeobachteten Moment lagen eine Drei-Euro-Lesehilfe und eine 700-Euro-Brille nebeneinander auf dem Tisch. Dass Feinschmecker Rudi natürlich das teure Guckeisen durchgekaut und das billige verschmäht hat – wer hätte es anders erwartet?
Erfahrungen sammeln Mensch und Tier
Schleppleinen durchbeißen, Plüschtiere ausweiden, Hundenäpfe zerlegen, die Liste der kleineren und etwas größeren Schäden ist lang. Natürlich lernen Herrchen und Frauchen dazu und wissen jetzt, welches Hundespielzeug etwas taugt und dass ein Hundenapf bei so einem Tier nicht – siehe die Fotos – aus Plastik, sondern aus Metall oder Steinzeug sein sollte.Nach einem Jahr allerdings ist das Schadensgeschehen nun endlich deutlich zurückgegangen. Allerdings: Nicht nur Herrchen und Frauchen lernen dazu, natürlich auch Rudi. Er weiß nun, dass der Tisch ein hochinteressanter Ort ist und wenn man nicht aufpasst… Es ist unwahrscheinlich, wie schnell der Typ ein halbes Brot klaut und sofort vertilgt! Erwähnenswert ist zudem seine Vorliebe für Butter, staunend muss man gelegentlich zur Kenntnis nehmen: Ratz-fatz – weg war sie!
Aktuell ist Rudi ein pubertierender Teenager, auf den große Kissen eine magische Anziehungskraft ausüben – bösartige Zungen haben ihn bereits "Rudi Rammler" genannt! Man darf halt nie vergessen, dass man sich mit einem Hund ein Stück Natur, der menschliche Selbstbeherrschung weitgehend fremd ist, ins Haus holt. Aber nicht umsonst heißt es, dass Tiere die ehrlichsten Mitbewohner sind, denn sie verstellen sich nicht und machen einfach, wonach ihnen der Sinn steht.
Leben mit dem Hund – eine Bereicherung
Eine gute Investition für einen stressfreien Umgang mit Rudi war übrigens eine zweistündige Lektion bei DOGS Coach Thomas Winkler von der Hundeschule Martin Rütter. Das ist sicher auch für erfahrene Hundefreunde eine gute Sache, ganz praktisch an die Grundlagen der Hundeerziehung erinnert zu werden, wenn ein neuer Hund ins Haus kommt.Ganz nebenbei hat Rudi jedoch etwas bewirkt, womit niemand gerechnet hatte: Man entdeckt auf Spaziergängen – der Kerl braucht Bewegung und kann nicht den ganzen Tag unterm Redaktionstisch herumlümmeln – in der Region rund um Görlitz ungeahnte landschaftliche Kleinode abseits der üblichen Ausflugsziele. Außerdem ist so ein Hund ein Kommunikationsanstifter, denn man kommt mit Leuten ins Gespräch, an denen man sonst achtlos oder allenfalls mit einem kurzen "Hallo!" vorbeigegangen wäre. Mal sehen, wie es im Urlaub wird. Auf den Hund gekommen zu sein hat jedenfalls viele gute Seiten, wenn man seinen Köter lieb hat und ihm manches nachsieht.
Nicht vergessen!
Hunde müssen bei der jeweiligen Stadt- oder Gemeindeverwaltung angemeldet werden. Immerhin ist die Hundesteuer eine der wenigen Abgaben, die eine Kommune erheben darf. Obgleich die Steuer in den allgemeinen Haushalt einfließt, revanchieren sich viele Gemeinden und stellen ausreichend öffentliche Abfallbehälter und Kotbeutel bereit. Kotbeutel sollten Hundebesitzer allerdings immer dabei haben, wenn sie mit ihrem Liebling ausgehen – die Hinterlassenschaften zu beseitigen, ist eine Frage des Anstands.



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- Erstellt am 19.11.2020 - 06:28Uhr | Zuletzt geändert am 17.03.2022 - 13:03Uhr
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