Grenzkriminalität wieder da
Ostritz, 18. Juni 2020. Während aus Vorsorge gegen eine unkontrolliert ausufernde Corona-Pandemie sächsischen Grenzen zu Polen und Tschechien geschlossen waren, gab es für die unmittelbar in Grenznähe gelegenen Kommunen eine Erleichterung: Die sogenannte Grenzkriminalität ging auf Null zurück. Nun, nach Aufhebung der Beschränkungen, lebt sie wieder auf.
Wählervereinigung fordert Gegenmaßnahmen

Es wäre zu einfach, als nicht Betroffener abzuwägen und zu meinen, die offenen Grenzen seien wichtiger als das sie begleitende Übel der Grenzkriminalität – schlimmer noch: Solche Arroganz erzeugt Wutbürger, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als das demokratische System insgesamt in Frage zu stellen, weil sie sich von ihm verlassen fühlen.
Nun hat sich die "Wählervereinigung Siedlung Ostritz" geäußert und die Wiederöffnung der Grenze zu Polen mit den Worten "sie ist unabdingbar für ein gutnachbarliches Verhältnis" begrüßt. Lange habe die Region auf die Öffnung der Grenzen gewartet, zumal vielfältige zwischenmenschliche und wirtschaftliche Kontakte ins Nachbarland bestehen. "Allerdings hat sich durch diese Grenzöffnung eine neue sicherheitspolitische Lage ergeben, auf die zwingend zu reagieren ist", merkt jedoch Stadtrat Thomas Göttsberger von der Wählervereinigung an.
Seit der Grenzöffnung mehren sich wieder Einbruchsversuche. Gleich kurz nach der Grenzöffnung kam es zu einem missglückten Einbruch an einem Gewerbeobjekt im Ostritzer Gewerbegebiet. Gestern ein weiterer Einbruchsversuch, diesmal auf der Görlitzer Straße in Ostritz. Auch ein aktueller Einbruch in das Deutsch-Polnische Kinderhaus in Ostritz wurde bekannt.
Die Wählervereinigung Siedlung Ostritz hat sich deshalb am 17. Juni 2020 an den Polizeipräsidenten der Görlitzer Polizeidirektion gewandt und darauf hingewiesen, dass die sich anbahnende negative Entwicklung so nicht hingenommen werden kann. Stadtrat Göttsberger forderte den Polizeipräsidenten nachdrücklich auf, geeignete polizeiliche Gegenmaßnahmen, die auch zu einem nachhaltigen Erfolg führen, einzuleiten. "Die Kontrollen vom Wochenende, bei der Beamte auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren, zeugen von einem gewissen Aktionismus, ob sie jedoch den gewünschten Erfolg hatten, ist nicht ersichtlich. In der entsprechenden Polizeimeldung werden keinerlei Fahndungserfolge erwähnt. Die Vorkommnisse in Ostritz zeigen jedenfalls, dass die polizeilichen Maßnahmen der aktuellen Lage angepasst werden müssen", so Göttsberger.
Kommentar:
Immer wenn's schön ist, kommt jemand und stört das Idyll. Die Frage ist nur, ob man das Problem, dass Einbrecher auf kurzem Weg aus dem Nachbarland kommen und sofort wieder dorthin entschwinden, wirklich der Polizei oder ihr allein anlasten kann. Selbst mit größtem Personal- und Technikeinsatz wird sich die Kriminalität der kurzen Wege nicht endgültig verhindern lassen.
Der Ansatz muss wohl breiter sein: Noch bessere polizeiliche Zusammenarbeit in der ganzen Dreiländerregion, Hehlerstrukturen zerschlagen und – so unbeliebt es sein mag – an Brennpunkten wie Ostritz mehr Überwachungstechnik einsetzen.
Wer bessere Ideen hat, kann sich gern melden,
meint Ihr Thomas Beier



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- Erstellt am 18.06.2020 - 12:09Uhr | Zuletzt geändert am 14.07.2022 - 17:06Uhr
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