Umfrage für Görlitzer
Görlitz, 12. März 2019. Von Thomas Beier. Görlitz könnte sich locker "Stadt der Initiativen" nennen, was viel aussagt über das Engagement der Bürger. Eine dieser Initiativen ist das Kollektiv "Einfach gute Gespräche": Regelmäßig kommen Leute zusammen, die sich als jung sehen und sich darüber austauschen, wie sie die Region mitgestalten können. Jetzt fragt der Zirkel nach dem Informationsverhalten der Görlitzer und hat, um Erkenntnisse zu gewinnen, im Internet einen Fragebogen veröffentlicht.
"Nu kommocke" fragt nach dem Informationsverhalten in Görlitz
Die Frage nach dem Informationsverhalten ist interessant, weil darauf die Meinungsbildung (die allerdings oft genug nur die Suche nach Meinungsbestätigung ist) beruht. Fakt ist: Die Medien – Druck, Funk, Internet – haben einen immensen Einfluss auf die Meinungsbildung, weshalb nicht nur ihre formale Freiheit wichtig ist, sondern auch argwöhnisch beäugt wird, ob sie sich nicht freiwilliger Zensur unterwerfen, Propaganda weitergeben oder demagogisch wirken.
Für Görlitz ist spannend: Wirkt hier etwa das "Tal der Ahnungslosen" teilweise fort? Obgleich der Medienzugang in Deutschland überall gleichermaßen möglich und beispielsweise – eine demokratische Errungenschaft – bei den wichtigen überregionalen Tageszeitungen garantiert wird, werden bestimmte Weltsichten und damit Vorurteile auch innerhalb von Familien weitergegeben. Fühlt man sich dann in seinem sozialen Umfeld oder von bestimmtem Medien bestätigt, wird die eigene Meinung schnell mit "Wahrheit" verwechselt und Vorurteile als Nährboden für Weltbilder, die das Fremde als Bedrohung wahrnehmen und es am liebsten ausschließen möchten, entstehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass man unter Backpackern (Rucksacktouristen), die Afrika bereist haben, keine rassistische Ansichten findet, wohl aber ein differenziertes Problembewusstsein. Sich die Welt nicht aus der Perspektive des Pauschalurlaubers anzusehen, prägt das Weltbild ganz maßgeblich.
Was sollte man über die Görlitzer Umfrage wissen?
Für die Umfrageteilnehmer ist wichtig: Die Umfrage ist anonym, weder Namen noch E-Mail-Adressen werden erhoben, nach der Auswertung, die öffentlich zugänglich gemacht wird, werdem die erhobenen Daten komplett gelöscht.Angesprochen sind die Görlitzerinnen und Görlitzer, die in den Postleitzahlgebieten 02826, 02827 und 02828 leben, also nicht jene, die sich zwar als Görlitzer fühlen, aber weggezogen sind. Da jeder selbst entscheidet, ob er teilnimmt, ist die Umfrage nichtrepräsentativ, dennoch wird ein Bild über das Informationsverhalten erwartet, das einige Aussagekraft besitzt. Deshalb wäre es zu begrüßen, wenn auch die Leserinnen und Leser des Görlitzer Anzeigers, die in Görlitz zu Hause sind, teilnehmen und Freunde und Nachbar über die Umfrage informieren: Je mehr mitmachen, um so besser ist das Ergebnis verallgemeinerbar.
Erhoben wird, wie sich Görlitzer informieren beziehungsweise wie sie gern informiert werden würden – von den Medien, von öffentlichen Stellen sowie auch von der kommunalen Politik. Tom Hohlfeld, gebürtiger Görlitzer und Mitinitiator der Umfrage, ist gespannt, ob sich aus den Umfrageergebnissen vielleicht völlig neue Zusammenhänge auftun, die – in Zeiten des Informationszeitalters – fernab klassischer soziologischer Kategorien liegen.
Eine ähnliche Umfrage ist bereits auf Bundesebene gelaufen, die Görlitzer Initiative leistet nach eigenen Angaben "absolute Pionierarbeit auf der Ebene kommunal-bürgernaher Entwicklung".
Mitmachen!
Noch bis zum 17. März 2019 kann man sich an der "Nu kommocke" – Informationsverhalten in Görlitz"-Umfrage beteiligen.
Tipp:
Die Umfrage ist durchaus umfangreich, wer nicht "in einem Ritt" durchkommt, sollte sich den Code notieren, der rechts oben auf dem Bildschirm erscheint. Er erlaubt es, die Fragen später weiterzubeantworten.



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- Quelle: Thomas Beier | Foto: MetsikGarden, Pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
- Erstellt am 12.03.2019 - 06:22Uhr | Zuletzt geändert am 12.03.2019 - 07:24Uhr
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