Investieren – aber wie?
Görlitz, 25. November 2015. Von Thomas Beier. Auch wenn die Menschen im Landkreis Görlitz nicht gerade als vom Wohlstand geplagt gelten: In Zeiten schwacher Zinsen überlegt so mancher, wie er sein Geld besser anlegen kann. Welche Grundsätze sollte man dabei beachten?
Gibt es feste Regeln für die Geldvermehrung?
Feste Regeln dafür, wie man sein Geld "arbeiten lassen" kann, sind kaum aufstellbar – zu unterschiedlich sind die Situationen, in denen sich Investoren und Kapitalanleger befinden. Kriterien sind beispielsweise:
Der Aufwand
Wieviel Arbeit, welchen Aufwand darf die Investition nach sich ziehen? Die Frage zielt einesteils auf die verfügbare Zeit, andererseits jedoch auch auf die Fachkenntnisse des Investors in Bezug auf seine Kapitalanlage.
Wer beispielsweise sein Geld in ein Tagesgeldkonto einer Bank "investiert", hat damit bis auf die Kontoeröffnung und die Einzahlung keinen Aufwand, auch Fachkenntnisse braucht man dafür nicht. Als Lohn allerdings winken nur Minimalzinsen.
Anders hingegen, wenn in ein Mietshaus investiert wird. Guter Lage, gute Substanz und guter Vermietungsstand lassen hier deutlich höhere Renditen erwarten. Allerdings zahlt der Investor dafür einen höheren Preis: Vor allem muss er das Risiko des Mietausfalls tragen und eventuell Streitereien mit Mietern in Kauf nehmen.
Ganz anders wiederum gestalten sich die Verhältnisse für den, der beispielsweise die Finanzinstrumente des Geldmarkts nutzt. Bei den sogenannten Derivaten – abgeleiteten Finanzinstrumenten – locken schnelle überproportionale Gewinne, denen aber ebensolche Verlustrisiken gegenüberstehen. Hier muss man besonders bedacht vorgehen und sollte dabei Erfahrungen berücksichtigen, die andere gemacht haben.
Sicherheitsaspekte und Rentabilität
Auch steht die Frage, ob der Investor den Totalausfall des eingesetzten Kapitals verkraften kann.
Wer sein als Altersvorsorge gedachtes Geld durch eine Investition vermehren will, sollte tunlichst "auf Nummer sicher" gehen, also Verlustrisiken meiden. Das gilt um so mehr, je älter der Kapitalanleger ist.
Die Grundeinstellung "es wird schon gut gehen" ist stets falsch am Platz. Kluge Investoren gehen lieber kleine erfolgversprechende Schritte als schnell "das große Geld" machen zu wollen.
Grundsatz: Je riskanter ein finanzielles Engagement ist, um so deutlicher sollte man sich ein Limit für seinen Kapitaleinsatz setzen – zu groß ist oft die Versuchung, "schlechtem Geld" noch gutes hinterherzuwerfen, um zu retten, was schon nicht mehr zu retten ist.
Die Beeinflussbarkeit der Kapitalanlage
Das hat mit dem oben erwähnten Aufwand zu tun: Manche Kapitalanlagen, beispielsweise eine Kommanditbeteiligung, erlauben nur beschränkten Einfluss auf die Verwendung der eingesetzten Mittel – das Sagen haben hier oft die Verwalter von Fondsgesellschaften. Zwar hat man persönlich dadurch weniger Aufwand, liefert sich aber der mehr oder weniger vorhandenen Expertise anderer aus. Außerdem kann man kaum durchschauen, welche Interessen die Entscheidungen der Komplementäre beeinflussen.
Grundsätzlich ist es zu bevorzugen, sein Geld nur dort zu investieren, wo man voll und ganz versteht, wie "der Hase läuft" und wo man selbst weitgehende Einflussmöglichkeiten hat.
Liquidität
Unternehmer und Investoren scheitern nicht an kurzfristig ausbleibendem Gewinn, sondern an fehlender Liquidität. Kurz gesagt: Erst wenn kein Geld mehr – woher auch immer – verfügbar ist, dann ist es vorbei.
Deshalb sind – gerade für Kleininvestoren – Geschäftsmodelle zu bevorzugen, die einen Kapitalrückfluss und eine angemessene Rendite innerhalb überschaubarer Zeit versprechen. Ein klassischer maximaler Zeithorizont dafür sind zehn Jahre.
Dennoch: Nicht nur ältere Privatinvestoren benötigen einen schnelleren Kapitalrückfluss, auch wer jünger ist und sich schnell Kapital aufbauen will, ist oft eher geneigt, auf kurzfristige Investments, wie sie der Finanzmarkt bietet, zu setzen.
Fazit
Gut beraten ist immer wieder, wer sein Geld in das eigene Geschäft steckt. Naturgemäß besteht hier der höchste Einfluss auf die Mittelverwendung, ohne ein fremdes und teures Management mitschwimmen zu lassen.
Doch nicht jeder will sich die Stresskomponente eines eigenen Unternehmens antun. Wer ohne unternehmerischen Aufwand oder Geschäftsidee auf einen nennenswerten oder guten Ertrag aus ist, für den bietet – bei nötigem Risikobewusstsein – der Geldmarkt interessante Möglichkeiten.
Wie auch immer: Es gilt das "magische Dreieck" der Kapitalanlage, wonach sich eine hohe Sicherheit des eingesetzten Kapitals, seine kurzfristige Verfügbarkeit und möglichst hohe Gewinnaussichten nicht unter einen Hut bringen lassen. Für renditeorientierte Anleger ist oft die Bereitschaft, sich auf Risiken einzulassen, entscheidend.



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- Quelle: Thomas Beier | Foto: stevepb / Steve_Buissinne, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
- Erstellt am 25.11.2015 - 05:57Uhr | Zuletzt geändert am 25.11.2015 - 06:27Uhr
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