Erster Edward-Snowden-Platz in Dresden

Dresden, 17. Juni 2015. In der sächsischen Landeshauptstadt erhält ein öffentlich zugänglicher Platz den Namen "Edward-Snowden-Platz". Der amerikanische Whistleblower, der mit seinen Enthüllungen über das Ausmaß der weltweiten Überwachung durch US-Geheimdienste Geschichte schrieb und derzeit im russischen Exil lebt, erfährt pünktlich zu seinem 32. Geburtstag am 21, Juni 2015 in Dresden diese besondere Ehrung.
Abbildung: Seite 1 des Snowden-Flyers, der am kommenden Sonntag mit hunderten Luftballons in Dresden aufsteigen soll.

Anzeige
cms[SKYSCRAPER]

Aktionen zur Platzbenennung

Thema: Woanders

Bild zu Woanders

"Woanders" – das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Unweit des Albertplatzes wird ein kleiner Platz der Geschäftspassage auf dem Gelände Bautzner Straße 6 auf den Namen von Edward Snowden getauft. Damit möchte Markwart Faussner, Miteigentümer des Grundstückes, ein Zeichen setzen und den mutigen Einsatz von Whistleblowern weltweit und damit auch in Deutschland würdigen.

Snowden, Gallionsfigur aller Whistleblower weltweit, hat viel riskiert. Ohne Rücksicht auf seine eigene Person brachte er folgenschwere Wahrheiten ans Licht und bezahlte damit mit dem abrupten Ende seines bisherigen Lebens in Wohlstand und Sicherheit.

Doch nicht nur Snowden riskierte in Namen von Demokratie und Zivilgesellschaft viel. Zahlreiche Whistleblower vor ihm und auch nach ihm zeigten ähnlichen Mut und deckten Ungeheuerlichkeiten der verschiedensten Art auf. Müll-, Lebensmittel- und Abhörskandale oder auch geheime Waffengeschäfte kamen so ans Licht.

Markwart Faussner sowie seine Mitinitiatoren Matthias Wolf und Beate Thonfeld möchten mit der Platzbenennung all diesen Menschen ein kleines Denkmal setzen. Die Aktion ist mit dem deutschen Anwalt von Edward Snowden, den in Berlin tätigen Menschrechtsaktivisten und Experten für internationales Strafrecht Wolfgang Kaleck, abgesprochen.

Im Anschluss an die Enthüllung des Namensschildes wird am Fuße desselben eine Kassette in den Boden mit anonymen oder namentlichen Statements und politischen Wünschen der Besucher eingelassen. Außerdem sollen eine Luftballon- und eine Spendenaktion für Edward Snowden stattfinden. Bei der Ballonaktion wird der Snowden-Flyer an hunderten Ballons befestigt, die gleichzeitig aufgelassen und sich dann ihren Weg in die Welt suchen werden.

Mit anwesend vor Ort sind die Initiatoren der Platztaufe Markwart Faussner, Matthias Wolf und Beate Thonfeld sowie Stadträte der Landeshauptstadt Dresden, darunter Dr. Martin Schulte-Wissermann von der Piratenpartei.

Die Öffentlichkeit ist herzlich zur feierlichen Platzeinweihung eingeladen!

Hingehen!
Sonntag, 21. Juni 2015, 14 Uhr,
Edward-Snowden-Platz, Geschäftspassage,
Bautzner Straße 6, 01099 Dresden.
Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Programm

    • 14.15 Uhr
      Begrüßung der Gäste durch Markwart Faussner und Redebeitrag eines Dresdner Stadtrats
    • 14.30 Uhr
      Aufstellung des Edward-­Snowden-­Platz-­Schildes
    • 14.45 Uhr
      Verteilung der Luftballons mit dem Flyer und Möglichkeit, einen persönlichen Geburtstagswunsch an den Ballon zu heften
    • 15 Uhr
      gemeinsamer Ballonstart
    • 15.15 Uhr
      Versenkung einer Kartusche mit anonymen und namentlichen Wünschen am Fuße des Straßenschildes
    • 15.30 Uhr
      offene Diskussion

    Während der Programmpunkte werden einzelne zufällig gesammelte Meinungen aufgenommen.

    Parallel werden Spenden gesammelt, diese werden transparent mittels des Anwalts Wolfgang Kaleck, der General Secretary for the European Center for Constitutional and Human Rights ist, an Edward Snowden weitergereicht.

    Edward-Snowden-Plätze gibt es bereits seit dem 9. September 2014 in Bautzen und seit dem 6. Juni 2015 in Berlin in der Habersaathstraße(hier: Edward-Joseph-Snowden-Platz); auf dem Berliner Alexanderplatz wurde am 1. Mai 2015 drei lebensgroße Bronze-Statuen der drei bekannten Whistleblower Edward Snowden, Julian Assange und Chelsea Manning als Weckruf für die Meinungs- und Informationsfreiheit unter dem Titel "Anything to say?" aufgestellt.

Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red
  • Erstellt am 17.06.2015 - 07:50Uhr | Zuletzt geändert am 17.06.2015 - 08:31Uhr
  • drucken Seite drucken