Deutsche aus Russland
Görlitz, 5. März 2015. Es gibt Sachen, die sind echt blöd. Zum Beispiel, wenn Russlanddeutsche, die nach Deutschland kommen, dort "Russen" genannt werden. Es sind wunderbare Menschen, deren Geschichte und Geschichten unser heutiges Europa mit geprägt haben. Schön, dass die Stadtbibliothek Görlitz eine Ausstellung über die Russlanddeutschen zeigt. Gefördert wird das von der Bundesregierung.
Russlanddeutsche – ihre Geschichte und Gegenwart
"Wurzeln schlagen und die Gesellschaft stärken" ist der Leitgedanke der Ausstellung, die von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (Sitz: Stuttgart) gezeigt wird. Die Ausstellung gehört zu eiem bundesweiten Integrationsprojekt, das vom Bundesministerium des Innern und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird.
Der Görlitzer Bürgermeister Dr. Michael Wieler will die Ausstellung persönlich mit einem Grußwort eröffnen. Projektleiter Jakob Fischer, selbst ein aus Kasachstan kommender Deutscher, wird hierbei die Ausstellung erläutern und Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland zeigen. Er informiert mit interessanten Dokumentationen über die Geschichte dieses leidgeprüften Volkes, benennt Beispiele von Zusammenleben, von glücklichem Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat und verständnisvollem Miteinander.
Die Deutschen in Russland
Viele Deutsche waren dem Ruf der russischen Zarin Katharina II., Herzogin von Holstein-Gottorf und seit 1793 Herrin von Jever, gefolgt. Die Ausstellung zeigt das deren Schicksal und illustriert die Geschichte und die kulturellen Verknüpfungen der Russlanddeutschen mit dem riesigen Russland.Die Ausreise der Deutschen aus den deutschen Kleinstaaten erfolgte nach dem Manifest der Zarin, die von 1762 bis 1796 das Zarenreich regierte. Die Auswanderung erfolgte angefangen von 1764/1765 bis 1862 mit der Gründung von 3.536 deutschen Siedlungen an der Wolga, in der Ukraine, im Kaukasus, Wolhynien und Bessarabien. Diese deutschen Kolonien wurden streng nach der Religionszugehörigkeit in den von Russland neueroberten Gebieten der ehemaligen Weltreiche der Mongolen und Osmanen angelegt.
Schon im Mittelalter siedelten Deutsche im Baltikum, ab dem 16. Jahrhundert in Moskau und ab 1703 in St. Petersburg. Die Ausstellung in der Görlitzer Stadtbibliothek zeigt diese interessante Geschichte, aber auch die Kriegsfolgenschicksale der Deutschen in Russland, welchen Vorurteilen die Russlanddeutschen in Deutschland begegneten und begegnen und wie ihre Integration gelingt.
Und die Ausstellung hält fest, wie die russlanddeutschen Rückkehrer unter oft schwierigen Bedingungen in Deutschland Fuß fassten, ihre Integration in die Nachkriegsgesellschaft geschafft haben und wie gerade in Sachsen Deutsche aus Russland heute das Land in vielfacher Weise mitgestalten.
Eröffnung!
Montag, 16. März 2015, 17 Uhr,
Stadtbibliothek Görlitz, Jochmannstraße 2-3, 02826 Görlitz.
Der Eintritt ist frei!
Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
Hingehen!
Vom 16. März bis zum 14. April 2015,
Stadtbibliothek Görlitz.



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- Quelle: red | Foto: allabadanina / Alla Badanina, Pixabay, Lizenz CC Public Domain
- Erstellt am 04.03.2015 - 23:57Uhr | Zuletzt geändert am 11.07.2022 - 23:48Uhr
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