Umfage beendet

Holtendorf. Mit der 200sten Stimme hat der Görlitzer Anzeiger seine Umfrage "Wie sollte die Verwaltung mit dem demografischen Wandel im ländlichen Raum umgehen?" beendet.

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Wirtschaftsansiedlung nur auf Platz 4 - Kommentar

Im Zusammenhang mit einer Veranstaltung über schrumpfende Städte hatte der Görlitzer Anzeiger auf den demografischen Wandel im ländlichen Raum aufmerksam gemacht und aufgefordert, über Lösungsansätze abzustimmen.

Als Antwort auf die Frage "Wie sollte die Verwaltung mit dem demografischen Wandel im ländlichen Raum umgehen?" ergaben sich folgende Stimmanteile:

27% - Aktive Ansiedlungspolitik mit Anreizen für junge Leute.

18% - Den Prozessen ihren Lauf lassen.

17,5% - Einwanderer ansiedeln.

14% - Auf Wirtschaftsansiedlung setzen.

9% - Infrastruktur erhalten und ausbauen für bessere Zeiten.

7,5% - Andere Maßnahmen.

3,5 % - Dörfer aufgeben, Bevölkerung auf weniger Orte konzentrieren.

3,5% - Infrastruktur auf das Allernotwendigste beschränken.

(Die Grafik ist einsehbar unter http://www.goerlitzer-anzeiger.de/news728.html ).

Sicher bergen die vorgegebenen Antworten kein Lösungskonzept.

Anreiz für die Ansiedlung junger Leute wäre ja die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen. Allerdings beschränkt sich die Palette möglicher Anreize nicht auf einen Arbeitsplatz, hier sind Konzepte gefragt, die Entwicklungen anschieben.

Wenn fast jede fünfte Stimme dafür plädiert, den Veränderungsprozessen einfach ihren Lauf zu lassen, so ist das fatal. Das klingt nach Selbstaufgabe.

Die Infrastruktur für bessere Zeiten zu erhalten - Optimismus ist ja gut, doch die Realität zeigt sich in Form von Kosten. Hoffnung ist nicht auf Dauer finanzierbar.

Einwanderer anzusiedeln lässt offen, woher diese kommen. Innerdeutsche Migranten, Aussteiger, Ausländer, Verfolgte, Pensionäre . . . das Beispiel der Hugenotten zeigt, dass eine solche Ansiedlung ungemein befruchtend wirken kann.

Insgesamt 7% der Stimmen plädieren dafür, Dörfer aufzugeben und die Infrastruktur zu beschränken. Dazu bedürfte es starker staatlicher Eingriffe und Lenkungsmaßnahmen, die mit unserer Demokratie nur schwerlich vereinbar wären.

Umfragen spiegeln Meinungen und höchst individuelle Sichtweisen wieder. Auf jeden Fall zeigt die vorliegende Umfrage, in welcher Zwickmühle sich die Verantwortlichen in den Verwaltungen angesichts des demografischen Wandels - des Bevölkerungsrückganges und der Überalterung - befinden.

Auf Wirtschaftsansiedlung zu setzen, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite sind fundierte Ansätze, die Entwicklungsprozesse auslösen. Wer genügend winzige Samenkörner pflanzt, darf einen ganzen Wald erwarten.

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  • Quelle: /FRS
  • Erstellt am 09.01.2007 - 21:19Uhr | Zuletzt geändert am 09.01.2007 - 21:42Uhr
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