„So bunt wie nie“ - 10.000 Besucher erwartet

Schirgiswalde. Zu einem der beliebtesten Faschingsumzüge in Sachsen erwartet die Stadt Schirgiswalde-Kirschau in der Oberlausitz am Sonntag, dem 6. März 2011, wieder mehr als 10.000 Besucher. Wenn ab 14 Uhr wieder mehr als 50 Umzugs- und Bilderwagen durch die Stadt rollen, Funken und Narren zahlreicher befreundeter Faschingsvereine aus ganz Deutschland mit den Schirgiswaldern feiern und begeisterte Besucher in Karnevalsstimmung den Straßenrand säumen, ist das für den 7.000 Einwohner zählenden Ort auch eine kleine Premiere. Das kunterbunte Spektakel, das in dieser Form östlich von Dresden einmalig ist, gehört zum „Schirgiswalder Kulturerbe“ und damit auch weiterhin zu den ureigensten Angelegenheiten der Schirgiswalder.

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Stadt rechnet mit Besucheransturm am 6. März - viele neue Attraktionen für Besucher

„Wir werden aber mit dem Umzug auch zeigen, dass durch den Gemeindezusammenschluss nichts schlechter wird, sondern im Gegenteil auch mal besser“, erklärt Amtsverweser Sven Gabriel, der zunächst bis zur Bürgermeisterwahl am 27. März die Geschicke der neuen Stadt leitet. „So bunt wie nie“ werde der Umzug in diesem Jahr gestaltet. Dazu gibt nicht nur das Motto ausreichend Anlass. Denn der Titel „20 Jahre nach der Wende - immer noch Zirkus ohne Ende“ bietet nicht nur Raum, um lokalpolitische Themen wie die Gemeindefusion, Millionen-Probleme beim Abwasserzweckverband oder das Hochwasser mit dem typisch Schirgiswalder Humor zu verarbeiten.
Auch aktuelle Themen wie der Streit um Google-Street-View, den „Zirkusdirektoren“ Thilo Sarrazin, das Winter- und Sommerchaos der Deutschen Bahn oder die Dioxin-Eier sind angesagt.

Neben den typischen Umzugswagen haben sich die Organisatoren in diesem Jahr einige neue Attraktionen für die Besucher einfallen lassen. So wird um 13.30 Uhr im Kreuzungsbereich des Marktes ein Trikick-Turnier (Drei-Feld-Fußball) mit Vertretern von Kirschau, Schirgiswalde und Crostau angepfiffen. „Die Kreuzung ist ein gutes Symbol, denn hier treffen sich die Wege in die einzelnen Ortsteile der neuen Stadt“, so Gabriel. Ein Schiedsrichter wird für „Fairplay“ sorgen - ebenso wie man es sich für das Zusammenspiel der alten Gemeinden in der neuen Einheitsgemeinde Schirgiswalde-Kirschau fest vornimmt. Moderiert wird das kleine Turnier wie auch der Umzug von Entertainer Heiko Harig. Zum Umzug selbst wird erstmals das „Bier- und Bratwurstmobil“ des Landhotels „Thürmchen“, ein umgerüsteter gelber Trabant, die Versorgung der Besucher unterstützen. Ein Klangerlebnis der besonderen Art wird der Dresdner Peter Till mit seinem Druckluftorchester, einem Ensemble einzigartiger, mechanischer Musikapparaturen, liefern.

Unterstützung erhält der Schirgiswalder Faschingsumzug – nach Radeburg der zweitgröße Karnevalszug in Sachsen - nicht nur aus der Landeshauptstadt. Neben den zwölf angemeldeten Karnevalsvereinen aus der Region werden nach langer Abstinenz die „Langen Kerls“ aus Bautzen durch die neue Großgemeinde marschieren. Für musikalischen Schwung werden die Blasmusiker der „Schwobà Rebellà“ aus der baden-württembergischen Faschingspartnerstadt Göttelfingen bei Stuttgart sorgen, die ebenfalls nach längerer Pause wieder mit von der Partie sind. Übrigens: Die Göttelfinger haben bereits selbst Erfahrungen mit großen Gemeindezusammenschlüssen sammeln können - sie wurden vor 40 Jahren in die Nachbarkommune Eutingen eingemeindet. Neben Baden-Württemberg wird auch Nordrhein-Westfalen eine Abordnung an die Spree entsenden: Eine Laufgruppe wird die rheinische Karnevalshochburg Düsseldorf präsentieren. „Mit rund 550 Kilometern sind das wohl Teilnehmer mit dem längsten Anreiseweg“, freut sich Umzugsminister Meier.

Neue Wege gehen die Organisatoren in diesem Jahr auch in der Bewerbung des Umzugs - unter anderem werden lokale Firmen stärker als bisher mit ins Boot geholt. „Dafür haben wir extra Sponsoring-Pakete für die Unternehmen erstellt“, erklärt Andreas Thomas, Kulturmanager von Schirgiswalde-Kirschau. Die sollen bereits im Vorfeld bei Kunden und Geschäftspartnern für den Umzug werben. „Damit wollen wir neue Besucher für diesen einmaligen Mix aus Frohsinn, feinsinnigem Humor und absoluter Partystimmung begeistern“, meint Thomas. Auf diese Art und Weise will man nicht nur die Besucherzahlen langfristig ausbauen. „Der Umzug ist ein ausgezeichneter Weg, um den Zusammenhalt der Menschen zu stärken und die Stadt noch bekannter zu machen.“ Das gelte auch und ganz besonders nach dem Zusammenschluss mit Kirschau und Crostau.

Noch sind einige Tage Zeit bis zum Umzug. Zeit, die in der Faschingswerkstatt am Schirgiswalder Bahnhof intensiv für die Produktion von Schildern, Bildern und anderen Umzugselementen genutzt wird. Sven Gabriel und Andreas Thomas können den Umzugstag kaum noch erwarten. „Dann ist nur noch Feiern angesagt.“

Hinweis für Besucher:
Ortsdurchfahrt ist am 6. März 2011 ab 12 Uhr gesperrt, der Umzug findet in der Zeit von 14 bis 16 Uhr statt.
Parkmöglichkeiten bestehen unter anderem in Kirschau am Penny-Markt, am Parkplatz Kirschauer Berg (Meiko) sowie in Schirgiswalde am Gondelteich und beim Baumarkt Eisenkrämer.

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  • Quelle: red | Fotos: ATeams
  • Erstellt am 18.02.2011 - 12:30Uhr | Zuletzt geändert am 18.02.2011 - 12:39Uhr
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