Kein schönrer Tod - der Kriegsausbruch 1914 aus Sicht der höheren Schulen Schlesiens
Görlitz, 21. Oktober 2014. 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, erscheint im Verlag Friedrich Hofmeister, Leipzig, die 12. Auflage der Lieder des Zupfgeigenhansl, broschiert 2,40 Mark, gebunden drei Mark. Auf Seite 129, im Abschnitt Soldatenlieder, findet sich eine Melodie von Friedrich Silcher (1789-1860) zu einem Text aus der Zeit um 1620: Kein schönrer Tod ist auf der Welt, als wer vorm Feind erschlagen..." 1917 war das kein Aufruf zum Tod für den Kaiser oder wenigstens das sogenannte Vaterland mehr, eher ein Trost für die Witwen, Kinder und Eltern der von Mörsergranaten und im Maschinengewehrfeuer zerfetzten Soldaten. Der Berliner Autor Dr. phil. Rolf Hensel hat mit dem Zitat einen Vortrag überschrieben, der sich mit dem Kriegsausbruch 1914 aus dem Blinkwinkel der höheren Schulen Schlesiens befasst.
Zustände und Stimmungen im August 1914
Im Vortrag stellt Dr. Hensel seine Forschungen zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor. Anhand der Jahresberichte der höheren Schulen Schlesiens und der Berichterstattung in den Zeitungen von 1914/15 zeichnet er ein ergreifendes Bild der Zustände und Stimmungen im August 1914.
"Die Atemlosigkeit der Augusttage spiegelt sich auch in diesen Berichten der Schuldirektoren höherer Lehranstalten wieder, die freilich erst am Ende des aktuellen Schuljahres im März oder April 1915 niedergeschrieben wurden, als es ihnen eigentlich schon die Sprache verschlagen haben sollte angesichts der Gefallenenlisten und Ehrentafeln und der inzwischen desolaten Lage der Dinge, die eigentlich bereits nach der Marneschlacht im September 1914 erkennbar war. Heldenmut, Mannhaftigkeit, Opfergeist und andere Vokabeln stehen in Nachbarschaft zu Sprach- und Vorstellungsübungen, die an einen anderen 'Endsieg' denken lassen, jenen am Ende des 'Zweiten Dreißigjährigen Krieges' im 20. Jahrhundert.“ (R. Hensel)
Hingehen!
Dienstag, 4. November 2014, 18 Uhr,
Barockhaus Neißstraße 30, 02826 Görlitz.
Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt dreieinhalb.



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- Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 21.10.2014 - 00:13Uhr | Zuletzt geändert am 21.10.2014 - 00:37Uhr
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