Neues Lagezentrum für den Katastrophenfall
Dresden, 30. September 2013. Als beim Juni-Hochwasser 2013 in Sachsen über 4.200 Bundeswehrsoldaten als Katastrophenhelfer im Einsatz waren und die Armee ihre friedlich-freundlich-hilfreiche Karte spielte, machte sich kaum jemand Gedanken darüber, wie ein solcher Einsatz koordiniert wird. Die Inbetriebnahme eines modernen Lagezentrums für Bundeswehr-Einsätze im Katastrophenfall am 27. September 2013 in der Graf-Stauffenberg-Kaserne auf der Marienallee in Dresden ist Anlass für einen Blick hinter das Kasernentor. Das Foto zeigt das Lagezentrum im Landeskommando Sachsen, als dort vom 2. bis 16. Juni 2013 der Hochwasser-Einsatz gemeinsam mit der Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg koordiniert wurde.
Wie die Notfallkrieger zum Einsatz kommen
Im demokratischen Staat darf die Bundeswehr nur ausnahmsweise im Inland eingesetzt werden: Im Katastrophenfall. Der besteht, wenn Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Dazu kommt es, wenn die Zivilgesellschaft die Lage nicht mehr beherrscht, weil beispielsweise Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Polizei überfodert sind oder Spezialausrüstung, über die das Militär verfügt, eingesetzt werden muss.
So gerät die Militärmaschinerie zum Inneneinsatz in Bewegung
Damit zur Katastrophe marschiert werden kann, muss von ziviler Seite die Unterstützung durch die Bundeswehr beantragt worden sein. Aber einfach mal so anfordern geht nicht, denn als nächstes muss das Landeskommando Sachsen diesen Antrag erst einmal bewerten und billigen. Das ist Voraussetzung dafür, dass das "Kommando Territoriale Aufgaben" in Berlin den Einsatz anordnet.
Das Landeskommando aktiviert dann das Lagezentrum in der Graf-Stauffenberg-Kaserne. Von hier aus ergeht der Marschbefehl an seine Reservisten der Kreis- und Bezirksverbindungskommandos, die in die zivilen Krisenstäbe entsandt werden, um dort die zivilen Akteure beispielsweise zum Einsatz von Soldaten, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät zu beraten.
Damit die militärischen Katastrophenhelfer ein Dach über dem Kopf haben und verpflegt werden, wirken die Kreisverbindungskommandos und die Krisenstäbe der zivilen Behörden unterstützend.
Beratung im Vorfeld eines möglichen Einsatzes
Die Bundeswehr wartet aber nicht ab, bis sie zur konkreten Unterstützung gerufen wird. Kommt es zu einer Katastrophe, zu Hochwasser, großen Unfällen, Havarien mit großen Auswirkungen oder anderen Notsituationen, stehen die Soldaten des Landeskommandos Sachsen den zivilen Behörden und Organisationen als Berater zu den Hilfsmöglichkeiten der Bundeswehr zur Seite.
So eine Armee ist zu weiten Teilen mit einem straff organisierten Logistikunternehmen vergleichbar, entsprechend ist eine militärische Ausbildung eine gute Vorausssetzung, in Krisensituationen Hilfsmaßnahmen zu koordinieren sowie Menschen und Objekte zu schützen oder zu retten.
In Sachsen bestens vorbereitet
Die kaserneninterne Umzug von Oberst Michael Knop, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen, und seiner Untergebenen hat sich gelohnt: Bei Katastrophen bearbeiten die Soldaten die Hilfsanträge ziviler Behörden jetzt auf moderner technischer Basis. Sie erstellen Lagekarten, bewerten die Anträge und leiten diese weiter. Dazu können sie auch moderne Projektionstechnik nutzen.
In das neue Lagezentrum sind die Erfahrungen aus den Hochwassereinsätzen der vergangenen Jahre eingeflossen. Kommandeur Knop: "Als Partner der zivilen Einsatzkräfte und der Behörden im Freistaat Sachsen ist die Katastrophenhilfe eine der wichtigsten Aufgaben des Landeskommandos Sachsen. Deshalb freuen wir uns besonders, dieses neue Lagezentrum in Betrieb zu nehmen, denn wir wollen im Ernstfall zum Schutz der sächsischen Bevölkerung bestens vorbereitet sein.“
Ende der Umstrukturierungen
Mit dem neuen Lagezentrum sind die Umstrukturierungen des Landeskommandos Sachsen, die seit Anfang 2013 liefen, abgeschlossen. Für das laufende Jahr bleibt nur noch, am 16. November die zusätzliche "Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie" in Dienst zu stellen. Diese Einheit aus Reservisten soll die Berufssoldaten bei Bewachungs- und Sicherungsaufgaben unterstützen.
Ansprechpartner der Bundeswehr in Sachsen
Das Landeskommando Sachsen hat neben seinem Sitz in der Graf-Stauffenberg-Kaserne Außenstellen in Marienberg, Leipzig und Frankenberg. Insgesamt sind bei dieser Einrichtung, die Ansprechpartner der Bundeswehr im Freistaat Sachsen ist, 47 aktive Soldaten und 15 zivile Mitarbeiter beschäftigt. Sie verantworten die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit den zivilen Behörden und Organisationen im Freistaat. Zum Landeskommando gehören auch die Familienbetreuungszentren für Angehörige von Soldaten im Einsatz und die Sportfördergruppe in Frankenberg.
Mit seinen Reservisten in 16 Kreis- und Bezirksverbindungskommandos hält das Landeskommando Sachsen engen Kontakt zu den Landkreisen, den kreisfreien Städten und zur Landesdirektion. Neben dem Krisenmanagement in Sachsen gehört die Kontaktpflege zu den militärischen Kriseneinsatzstäben der Nachbarländer zu den Aufgaben. Außerdem gewährleistet das Landeskommando Sachsen den Host Nation Support (die Betreuung ausländischer Truppen, die auf deutschem Territorium zu Gast sind).



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- Erstellt am 30.09.2013 - 05:34Uhr | Zuletzt geändert am 30.09.2013 - 06:48Uhr
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