Grenzüberschreitende Aufmerksamkeit für Schafskot

Hirschberg (Jelenia Góra), 17. Juli 2013. Der Bio-Heidschnuckenbetrieb "Hermsdorfer Berge" (Kowalowe Skaly) bei Hirschberg war Ende Juni Gastgeber für 17 Schaf- und Ziegenhalter aus Sachsen und Niederschlesien. Auf dem Treffen sollten die Teilnehmer vor allem lernen, Parasiten von Schafen und Ziegen anhand von Kotproben noch besser selbst rechtzeitig zu erkennen. Hintergrund: Darmparasiten gefährden bei Nutztieren schon immer die Tiergesundheit, Leistungsfähigkeit und letztlich die Produktqualität.

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Polnische und deutsche Tierhalter bestimmen Parasiten unter dem Mikroskop

Diese Fortbildungsveranstaltung bei einem früheren Treffen zu Schafen und Ziegen angeregt worden, als der Referent Prof. Piotr Nowakowski aus Breslau (Wrocław) dafür geworben hatte, die "betriebseigenen“ Parasiten gut zu kennen, weil sich das Immunsystem der Tiere auf die "Lokalmatadoren“ einstelle.

Doch solche Analysen sind teuer und nur wenige Fachlabore bieten Analysen gezielt für bestimmte Erreger an. Deshalb lernten die Teilnehmer nun, das Maß des Parasitenbefalls anhand von Kotproben selbst zu bestimmen.

Prof. Nowakowski von der Naturuniversität Breslau - Institut für Tierhaltung war als Hauptreferent dabei. Zunächst erläuterte er die Grundlagen zum Parasitenbefall bei kleinen Wiederkäuern. Anschließend führte Rafał Raźny von der Firma Farm-up, die das HePAK-Set zur Feld-Analyse herstellt, in die Arbeit mit dem Mikroskop ein.

Am Nachmittag sammelten und entnahmen die Teilnehmer Kotproben von den Flächen, auf denen die Heidschnucken des Biobetriebes weiden. In kleinen Gruppen stellten sie aus dem gewonnenen Kot eine Lösung her und bestimmten dann mit Hilfe der bereitgestellten Mikroskope selbst die Höhe des Parasitenbefalls der Tiere. Einige Teilnehmer brachten auch Kotproben der Tiere aus dem eigenen Landwirtschaftbetrieb zur Parasitenbestimmung mit.

Als "sehr gut gelungen“ lobte ein deutscher Bio-Landwirt die Ausrichtung der Veranstaltung auf die Praxis: Eine so ausführliche theoretische Einführung und praktische Umsetzung bei einer Fortbildung habe er bisher noch nicht erlebt - dazu mit polnischsprachigen Referenten, deren Beiträge konsekutiv auf Deutsch gedolmetscht wurde. Die professionelle Übersetzung ermöglichte auch den fachlichen Austausch unter den Tierhaltern von dies- und jenseits der Lausitzer Neiße.

Das Treffen war innerhalb des EU-geförderten Projekts "Ökologisch Handeln in Sachsen und Niederschlesien“ durch die Partner "Grenzland" (Pogranicze), EkoConnect e.V. und Gäa e.V. organisiert worden. "Ökologisch Handeln“ bildet und verbindet Akteure der ökologischen Landwirtschaft im Grenzgebiet von Sachsen und Niederschlesien.

Schon bald soll die im Projekt entwickelte zweisprachige Online-Plattform "EKOhandel“ online gehen, auf der sich Bio-Vermarkter aus der Region mit ihrem Angebot präsentieren und gegenseitig beraten können.

Für den 25. September 2013 ist die Projekt-Abschlussveranstaltung "Betriebswirtschaftliche Optimierung der Direktvermarktung“ in Niederschlesien vorgesehen.

Mehr:
http://www.ekoconnect.org



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  • Quelle: red | Fotos: Magdalena Gula, Pogranize
  • Erstellt am 17.07.2013 - 17:50Uhr | Zuletzt geändert am 17.07.2013 - 18:15Uhr
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