Töten mit Polonium
München, 27. November 2006. Der russische Ex-Spion Alexander Litvinenko wurde mit Polonium vergiftet. Hintergrundinformationen über die Substanz veröffentliche jetzt das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München.
Woran der russische Ex-Spion starb
Polonium (Po) ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 84. Es ist ein silbriges, radioaktives Metall, das sich chemisch ähnlich wie Tellur und Wismut verhält. Es entsteht ständig in der Natur in der langen natürlichen radioaktiven Zerfallskette von Uran-238.
Es wurde 1897 von Marie und ihrem Ehemann Pierre Curie entdeckt und nach ihrem Heimatland Polen benannt, das damals unter Fremdherrschaft war und politisch nicht als unabhängiges Land betrachtet wurde.
Po kommt in der Natur in Form einiger Isotope (mit den Atomgewichten 208, 209, 210) vor (sehr selten: ca. 100 Mikrogramm pro Tonne Uranerz), jährlich werden künstlich schätzungsweise etwa 100 Gramm hergestellt. Es wird technisch z.B. gemischt mit Beryllium als Neutronenquelle verwendet (so z.B. auch als Triggermaterial für Atombomben), zum Eliminieren statischer Aufladungen in der Photo- und Textilindustrie und als leichtgewichtige Wärmequelle für thermoelektrische Zellen (bspw. in der Raumfahrt). So kann ein Gramm Po-210 140 Watt Energie erzeugen.
Raucher nehmen mit dem Zigarettenrauch größere Mengen davon auf, da sich Polonium in der normalen Umwelt als Radonfolgeprodukt auch auf Tabakblättern absetzt.
Po-210 hat eine Halbwertszeit von 138 Tagen und emittiert beim Zerfall ein Alphateilchen mit 5,4 MeV Energie, das eine Reichweite in Gewebe von weniger als 0,1 mm hat.
In den menschlichen Körper gebracht (z.B. über Inhalation, vor allem beim Rauchen, durch eine kleine Wunde oder durch Ingestion mit der Nahrung) ist es ein starkes Gift. Laut Prof. Dr. Herwig Paretzke, Direktor des Instituts für Strahlenschutz des GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, könnten bereits 0,1 Mikrogramm reines Po-210 im Verlaufe von Tagen im Körper eine tödliche Dosis von 10 Gray hervorrufen (der Dosis-Konversionskoeffizient beträgt ca. 5 x 10 hoch -7 Sv/Bq, die spezifische Aktivität ist fast 2 x 10 hoch 14 Bq/g).
Die biologische Halbwertszeit von Polonium im menschlichen Körper beträgt 30-50 Tage; es wird zu 90 % über Fäzes und zu 10 % über Urin ausgeschieden. Wegen des nur sehr geringen Gammastrahlungsanteils beim radioaktiven Zerfalls ist eine Po-210-Inkorporation eines Menschen von außen nicht in einem Ganzkörperzähler, sondern nur über Ausscheidungsanalytik festzustellen.



-
So bleibt edler Wein perfekt erhalten: Die besten Tipps für richtige Lagerung
Görlitz, 1. April 2025. Die Kunst des Weinlagerns ist mehr als nur ein praktischer Aspekt der W...
-
Rückbesinnung auf Stil & Sinn: Warum der Daumenring das Comeback der Saison feiert
Görlitz / Oberlausitz, 31. März 2024. In einer Region, die für ihre traditionsb...
-
Produktionssicherheit durch Präzision: Fehlervermeidung als Wettbewerbsvorteil
Görlitz, 31. März 2025. Ob in der industriellen Fertigung, in handwerklichen Werkstät...
-
Digitale Unternehmensführung: Wie moderne Software den Arbeitsalltag erleichtert
Görlitz, 28. März 2025. Die Digitalisierung verändert nicht nur Arbeitsprozesse, sond...
-
Praktisch, präzise, punktgenau - Moderne Lösungen für Arbeiten in der Höhe
Görlitz, 25. März 2025. Höhenarbeiten sind in vielen Lebensbereichen unverzichtbar &n...
- Quelle: /idw061127 /GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit /Michael van den Heuvel
- Erstellt am 27.11.2006 - 22:09Uhr | Zuletzt geändert am 21.08.2019 - 00:42Uhr
Seite drucken