30. und 31. Jahrestagung der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz
Bad Muskau / Mužakow, 17. Oktober 2021. Von Brigitte Westphal. Am 2. und 3. Oktober 2021 fand im Schloss des Fürst-Pückler-Parkes in Bad Muskau die diesmal zwei Tage dauernde Jahrestagung der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz (NfGOL) zum Thema "Landschaftsgeschichte und Landschaftswandel im Muskauer Faltenbogen, in der Muskauer Heide und angrenzenden Landschaften" statt.
Thema: "Landschaftsgeschichte und Landschaftswandel im Muskauer Faltenbogen, in der Muskauer Heide und angrenzenden Landschaften"

Nach den Grußworten durch Dr. Christian Düker (Vorsitzender NfGOL), Thomas Krahl (Bürgermeister von Bad Muskau). Cord Panning (Parkdirektor), Bernd Dietmar Kammerschen (Sächsische Landesstifung für Natur und Umwelt) und per Video-Botschaft Staatsminister Wolfram Günther (Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft) begannen die Vorträge mit dem Thema: Geschichte im Wandel.
Andrea Renno und Peter Schöneburg vom Landesamt für Archäologie Dresden stellten Ergebnisse neuer archäologischer Grabungen in den Tagebaugebieten Nochten und Reichwalde vor. Nancy Sauer vom UNESCO Geopark Muskauer Faltenbogen beleuchtete das Gebiet aus geologischer Sicht und als Kulturlandschaft, aber auch unter dem Gesichtspunkt der touristischen Attraktivität. Cord Panning berichtete in seinem Vortrag anschaulich über die Geschichte des Parks von Anfang bis heute und zeigte u. a. auch die Probleme auf, die durch das Alter vieler Bäume entstehen.
Verleihung des Förderpreises
Seit 2018 verleiht die Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz alle zwei Jahre einen Förderpreis für herausragende Arbeiten zu Themen der Bio- oder Geodiversität, der mit 1500 Euro dotiert ist. Mit diesem Preis sollen die Leistungen junger Wissenschaftler und langjährig tätiger Forscher gewürdigt werden.Dieser Preis wurde nach der Mittagspause an die Preisträger von 2020 Felix Maximilian Freienstein (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) zum Thema: "Libellen im NSG Niederspree" und Erik Wenger (Technische Universität Dresden), dessen Thema "Der polygenetische Lausche Vulkan – eine physisch-vulkanologische Rekonstruktion und neue Erkenntnisse zum Landschaftswandel im Zittauer Gebirge" war, vergeben.
Mitgliederversammlung
Gegen 15 Uhr wurde die jährliche öffentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Es wurde der 2020 gewählte Vorstand vorgestellt, verdiente ausgeschiedene Vorstandsmitglieder wurden verabschiedet und mit dem Gesellschaftsbericht über die Aktivitäten aus dem Jahr 2020 berichtet.Weitere Vorträge
Im sich daran anschließenden zweiten Vortragsblock gab es zwei Vorträge zum Thema "Aktuelle Ergebnisse des Wandels". Franziska Uhlig-May (LEAG Cottbus) brachte einen Überblick über aktuelle und geplante Renaturierungsmaßnahmen in der Bergbaufolgelandschaft und Dr. Wolfgang Böhnert berichtete zu den aktuellen Ergebnissen des Biomonitorings.In diesem Jahr wurden angesichts der Tatsache, dass die Gesellschaft 2020 30 Jahre bestand, am Abend – nach einem ausgiebigen Abendessen, das auch die Möglichkeit des persönlichen Austausches zwischen Teilnehmern und Referenten bot – in einem weiteren Vortragsteil über die geologischen, botanischen, entomologischen und ornithologischen Facharbeiten dieses langen Zeitraums berichtet.
Am Sonntag, den 3. Oktober 2021, ging es um 9 Uhr weiter mit drei Vorträgen, in denen es um das Gebiet das Dubringer Moores ging. Anschließend wurden von Thomas Sobczyk einige Besonderheiten aus der Kleinschmetterlingsfauna vorgestellt und Marlieb Dedek stellte ihre Masterarbeit zum Doldenwinterlieb in den Heidewäldern vor.
Ab 14 Uhr konnten drei Exkursionen beginnen: Es ging zum Tagebau Nochten, in den polnischen Teil des UNESCO-Geoparks und in den Muskauer Park mit jeweils kompetenten Kennern der Gebiete. Eine spannende Tagung über zwei Tage ging zu Ende und die Teilnehmer äußerten sich begeistert zum Inhalt, vor allem zur Vielfalt der Vorträge, und dem tollen Ambiente im Saal des Schlosses.
Ausblick
Die 32. Jahrestagung der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz wird im März 2022 in Görlitz mit dem Thema "Regionalmuseen und Regionalforschung in der Oberlausitz" stattfinden.Kommentar:
Eigentlich sollte hier lediglich der Kulturzuschlag des Görlitzer Anzeigers stehen, der diesmal jedoch einer Erklärung bedarf. Im "Lied der jungen Naturforscher" (Musik: Gerd Natschinski, Text: Manfred Streubel) heißt es "Und werden wir erst wissend sein, fügt sich uns die Natur" – ein Irrtum, wie viele Großprojekte wie etwa die Trockenlegung des Oderbruchs und des Rhinluchs, viele Flussbegradigungen oder der Assuan-Staudamm bewiesen haben. Je weiter Naturforscher in die Zusammenhänge der Natur vordringen, umso mehr zeigt sich die Verletzlichkeit der Ökosysteme.
Doch Demut und Zurückhaltung scheinen von anderen Interessen geleiteten Menschen in dieser Beziehung wenig zugänglich. Deshalb ist Ûnterstützung für den Naturschutz nötiger denn je, mein Ihr
Thomas Beier



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- Quelle: Brigitte Westphal / Kommentar. Thomas Beier | Fotos: Brigitte Westphal
- Erstellt am 17.10.2021 - 12:29Uhr | Zuletzt geändert am 17.10.2021 - 13:06Uhr
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