50 Jahre Sputnikschock

Bild zu 50 Jahre SputnikschockBernstadt a.d. Eigen, 3. Oktober 2007. Als die Sowjetunion mit dem Sputnik am 4. Oktober 1957 den ersten Erdtrabanten mit Hilfe einer umgerüsteten militärischen Interkontinentalrakete auf eine Umlaufbahn schoss, war sie sich der psychologischen Folgen dieses Schritts in den Weltraum wohl selbst nicht bewusst. Der „Sputnikschock“ war die Reaktion des Westens, der den „Russen“, wie die Sowjetbürger dort pauschal genannt wurden, die Hochtechnologie nicht zugetraut hatte.

Abb.: Nachbau von Sputnik 1, der ersten Raumsonde, aufbewahrt im National Air and Space Museum, Washington D.C.
Foto: NSSDC, NASA, Public Domain, via Wikimedia Commons
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Russische und deutsche Forschung als Grundlage der modernen Raumfahrt

Noch heute wird versucht, die wissenschaftliche Leistung kleinzureden, indem von einem „Stück Eisen“ gesprochen wird, dass die Sowjets in den Weltraum geschossen hätten. Das raumfahrttechnische Kopf-an-Kopf-Rennen Sowjetunion-USA hat erst mit der Auflösung der sozialistischen Weltmacht ein Ende gefunden, wobei die Sowjetunion mit dem Testflug der Raumfähre „BURAN“ bis zum Schluss punktete.

Doch schon Jahrzehnte zuvor hatte ein Forscher im Zarenreich das Raumfahrtzeitalter im wahrsten Sinne des Wortes vorausberechnet: Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski entwickelte die Raketengrundgleichung, mit der er bereits im Jahre 1903 als erster Gesetze des Raketenantriebs beschrieb. Er war der geniale Vordenker der Mehrstufenrakete, der Weltraumstation und der wirtschaftlichen Nutzung des Weltraums. Im ausgehenden 19. Jahrhundert konzipierte er Luftschiffe aus Ganzmetall - realisiert in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA.

In Deutschland nahm die Entwicklung der Raketentechnik in den dreißiger Jahren des letzen Jahrhunderts rasanten Aufschwung. Interessant ist, dass wichtige Versuche auch in Ostsachsen durchgeführt wurden. Bei Bernstadt auf dem Eigen, einem Städtchen zwischen Görlitz, Löbau und Zittau, wurden Raketen getestet.

Während sich Ziolkowski von Jules Verne inspiriert war, hatte die deutsche Raketenforschung ihren Anstoß durch den Ufa-Klassiker „Frau im Mond“ erhalten. Zunächst konzentrierte man sich auf eine so genannte „Minimumrakete“. Experimentiert wurde auf einem Acker bei Bernstadt auf dem Eigen. Die Stadt würdigt noch heute das Andenken ihres, nun ja, Enkelsohnes Klaus Riedel, einem der deutschen Raketenpioniere. Immerhin lebte seine Großmutter in der Stadt, wo auf dem Marktplatz die Erdachse zutage tritt.

Mehr:
http://www.urbin.de/kegelduese/kegelduese.htm
http://www.bernstadt.info/riedel.htm

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  • Quelle: /TEB, nach einer Information des Forschungshilfswerk e.V., Zittau
    Grafik: /MS
  • Erstellt am 03.10.2007 - 17:27Uhr | Zuletzt geändert am 11.07.2022 - 23:55Uhr
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