Gefälschte BMWi-Mails im Umlauf

Berlin. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat Hinweise erhalten, dass Unbekannte versuchen, die Kreditkarteninformationen von Bürgerinnen und Bürgern auszuforschen. Mittel zum Zeck ist eine Webseite, die der offiziellen des BMWi täuschend ähnlich ist.

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Ministerium warnt vor Übermittlung der Kreditkartendaten an angebliche Ministeriumsadresse

Ausgenutzt wird die (Neu)Gier der Menschen - bei Rücksendung der Kreditkartendaten wird eine Steuerrückerstattung in Aussicht gestellt.

Die gefälschte Mail kommt angeblich von dem Absender admin@bmwi.de oder von einem ähnlichen Absender. Klickt man auf den in der Mail befindlichen Link, wird man auf eine ausländische Internetseite geleitet, die der offiziellen Webseite des BMWi täuschend ähnlich ist. Hier wird zur Eingabe von persönlichen Daten und der Kreditkartennummer aufgefordert. Diese Webseite wurde nicht vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie erstellt.

Das BMWi hat die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet, um diese gefälschte Seite so schnell wie möglich aus dem Netz nehmen zu lassen. Kreditkartendaten sollten keinesfalls eingegeben werden.

Dipl.-Ing. Thomas Beier, Fachingenieur für Informatik und Inhaber von BeierMedia.de, gibt einige grundsätzliche Tipps, mit denen Risiken im Internet minimiert werden können: "Das einfachste Mittel ist, seine Neugier zu zügeln und seltsam erscheinende eMails gar nicht erst zu öffnen. Ich empfehle grundätzlich, solche elektronischen Nachrichten nicht vom Server herunter zu laden. Wer einen eMail-Clienten wie beispielsweise Outlook nutzt, sollte zunächst nur die Kopfzeilen der eingegangenen eMails herunterladen und Mails exotischer Absender sowie Mails mit unklaren Betreffzeilen direkt auif dem Server löschen."

Zum Online-Banking empfiehlt Beier, die Internetadressen für den Bankzugang stets von Hand einzugeben. "Banken fragen niemals per eMail nach Transaktionsnummern oder Codes wie PIN-Nummern", erklärt der Internetdienstleister weiter und rät, im Zweifelsfall die Bank telefonisch zu kontaktieren. "Zugangscodes und Passworte sollten niemals im Webbrowser oder auf einem Datenträger gespeichert werden", mahnt Beier. Die Gefahr, dass die Daten ausgespäht würden, sei viel zu groß.

Wer sich bei seiner Bank einloggt, sollte sich entsprechend der Anweisungen der jeweiligen Webseite auch wieder sorgfältig ausloggen. Auf den Seiten der Banken fänden sich auch viele weitere Hinweise zum Thema Internet-Sicherheit, so Beier. Abschließend rät er zum Einsatz einer Antvirensoftware und einer Firewall. Eine absolute Sicherheit gebe es nicht, meint Beier abschließend, aber wer glaube, auf Sicherheitssoftware verzichten zu können, provoziere geradezu das Daten-Unheil.


Kommentar:

Was sagen die Finanzdienstleister? "Gier frisst Hirn" ist in der Branche eine alte Weisheit. Je höher die Rendite, je höher die in Aussicht gestellte Zahlung, um so idiotischer verhalten sich die Menschen. So auch im oben gezeigten Phishing-Fall.

Wer eine Kreditkarte besitzt sollte wenigstens so schlau sein zu wissen, dass man auf eine Kreditkartennummer gar kein Geld überweisen kann. Aber wenn die Gier einmal erwacht ist . . .

Das eigentliche Problem: Die Internetwirtschaft leidet mit jeder kriminellen Attacke unter einem Vertrauensverlust in die Zahlungssysteme. Schon deshalb gehört den Betrügern schnell und sehr gründlich das Handwerk gelegt.

Während Phishing-Mails, mit denen meist Transaktionsnummern für das Online-Banking ausgespäht werden sollen, in der Vergangenheit wegen des verwendeten gebrochenen Deutschs einer unfreiwilligen Komik oftmals nicht entbehrten, scheint sich nun eine neue Qualität zu entwickeln: Die Verbrecher werden pefekter. Für Internet-Nutzer gilt deshalb immer mehr: "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!",

meint Ihr Fritz Stänker

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 03.08.2007 - 00:24Uhr | Zuletzt geändert am 03.08.2007 - 01:20Uhr
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