Guckst Du anders?

Görlitz, 31. Mai 2017. Von Thomas Beier. Wer eine Brille trägt, hat guten Grund dafür: Fast immer ist es eine korrekturbedürftige Besonderheiten der Augen, selten nur Schönheits- oder Modeaspekte. Doch warum nicht beides kombinieren und noch ein gerüttelt Maß an Kaufspaß und gutem Lebensgefühl draufpacken? Wie ein Anbieter aus Hamburg die Optiker-Branche aufmischt und weltweit verkauft, ist ein Marketing-Lehrstück.
Abbildung: Mit Werbung nur aufzufallen, reicht nicht. Kunden brauchen Nutzen, um aktiv zu werden.

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Eine Marketing-Lektion in Sachen Expansion via Internet

Die Marktlücke zwischen den Erfordernissen der eigenen Augen ("gut sehen") und dem "gut aussehen" hat Edel Optics in Hamburg erkannt: Hier werden Markenbrillen als erschwingliche Lifestyle-Produkte in den Fokus gerückt, außerdem fördern technische Lösungen den Spaß am Brillenkauf. Damit positioniert sich der Anbieter zusätzlich zu den üblichen Vertriebswegen via "klassischer Optiker" sowie Franchise- und Filialunternehmen. Mit 53 Onlineshops weltweit setzt Edel-Optics auf das Internet, offline kaufen kann man in Deutschland nur in Hamburg, wo es neben dem Flagshipstore ein weiteres Ladengeschäft gibt.

Im Internetvertrieb gehen die Hamburger über das, was ein Onlineshop beinhalten muss, weit hinaus. Das beginnt schon beim Sprachstil, der bei der Zielgruppe ankommt. Bei Worten wie "Deinen Look auf das nächste Level heben" oder der Beschreibung eines Brillengestells mit "machst Du bei diesem Modell unmissverständlich klar, dass Du auf’s Ganze gehst" macht schon das Stöbern im Brillenshop Spaß.

Was im Weblog von Edel-Optics zu lesen ist, bringt sogar dem Nicht-Brillenträger neue Erkenntnisse, beispielsweise wenn es um den Nutzen einer Brille für Allergiker, die sich dem Angriff der Pollen ausgesetzt sehen, geht. Ein weiteres Beispiel ist die kurze Erläuterung der sieben Grundemotionen, die sich in Augen und Gesicht zeigen. Auch eine Brillen-Kaufberatung und Modeaspekte fehlen nicht, sogar Hinweise, wie man seine Brille selbst reparieren kann, gibt es.

Aus Marketingsicht schlägt Edel-Optics mit dem Weblog, der anregt, die Brille nicht allein als Sehhilfe zu sehen, mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  • Dem Brillenträger wird geholfen, die für ihn passende Brille auszuwählen – nicht nur passend zur Gesichtsform und unter gesundheitlichen Aspekten, sondern auch nach Anlässen und Zusatznutzen. Das ist eine Entwicklung ähnlich wie bei Armbanduhren, die spätestens mit der Smartwatch neben ihrer eigentlichen Funktion zum Lifestyle-Produkt wurden.

  • Die Online-Auswahl erfolgt – anders als womöglich im Ladengeschäft – ohne Zeit- oder Entscheidungsdruck.

  • Wer noch gar keine Brille trägt, wird für das Thema sensibilisiert und der Anbieter wird im Hinterkopf verankert. Das ist wichtig, weil Kunden nur bei Anbietern kaufen können, die ihnen im Moment des Bedarfs einfallen oder die sie im Internet finden.

  • Im Internet gefunden zu werden ist ein wichtiges Stichwort: Der Weblog verbessert die Findbarkeit durch Suchmaschinen, da viele Informationen rund um das Sehen, das Aussehen und eben die Brille bereitgestellt werden.

Unabdingbare Grundlage: Expertise und Service

Bei allen umgesetzten Marketingideen: Basis des Geschäfts sind die Qualität der Gläser und der unkomplizierte Kundenservice. Edel Optics setzt auf günstige Markengläser und Premiumgläser, bei Kunststoffgläsern sind Superentspiegelung, Lotuseffekt, Reinigungsschicht, Antistatik und Hartschicht stets inklusive. Wenn ein Gestell einmal nicht passen sollte, kann es kostenlos zurückgeschickt werden.

Was zeigt das Beispiel Edel-Optics?

Wer unterschiedliche Branchen und Vorgehensweisen im Markt vergleichend betrachtet, findet in aller Regel immer wieder Anregungen für das eigene Geschäft. Gerade in Regionen wie dem Landkreis Görlitz, die durch geringe Kaufkraft gekennzeichnet sind, eröffnet der Vertrieb über das Internet den Unternehmen neue Absatzchancen – allerdings: Wer einfach nur einen Webshop programmieren lässt und sich auf die technische Suchmaschinenoptimierung verlässt, verschenkt viel Potential. Wichtig sind – neben einem guten Gespür für eng umrissene Zielgruppen – breites Hintergrundwissen und Handlungsmöglichkeiten auf unterschiedlichsten Gebieten, damit potenzielle Kunden erreicht werden können.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto Frau: sasint /Sasin Tipchai, Foto Mann: Pexels, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Erstellt am 30.05.2017 - 17:47Uhr | Zuletzt geändert am 31.05.2017 - 20:30Uhr
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