Einsatz entlang der Neiße für die Rettung der Schwarz-Pappel

Landkreis Görlitz, 28. Dezember 2015. Die Schwarz-Pappel (Populus nigra L., im Volksmund auch Saarbaum) gehört zur Natur in den Weichholzauen sächsischer Flüsse. Doch die Baumart hat ein Problem: Die Baumart kann sich kaum noch selbständig verjüngen, weil es an Schwemmlandflächen mangelt, und ist inzwischen wegen ihrer Überalterung vom Aussterben bedroht.

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Artenreine Bäume an der Neiße als Vermehrungsquelle

Das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebs Sachsenforst will die Baumart erhalten. Dazu sollen unter anderem Steckhölzer von Schwarz-Pappeln entnommen werden, um mittels Stecklingsvermehrung Bäume für sogenannte Vermehrungsquartiere zu gewinnen, aus denen dann Pflanzen an der Neiße eingesetzt werden.

Zweiter Versuch Anfang 2016

Das war allerdings im Jahr 2015 bereits einmal schiefgegangen, weil die Bäume schon zu alt waren. Daher sollen jetzt im Januar und im Februar 2016 von 51 Altbäumen je 20 Steckhölzer von einjährigen Trieben gewonnen werden, die dann Grundlage für die weitere Vermehrung und schließlich das Ausbringen an die natürlichen Standorte sind.

Außerdem soll die Schwarz-Pappel langfristig auch außerhalb des Naturstandorts (ex-situ) erhalten werden, indem eine repräsentative Genotypensammlung angelegt wird. Als Basis dafür wurde bereits im Jahr 2015 mittels DNA-Analyse die Artreinheit als echte Schwarzpappel aller ausgewählten Altbäume nachgewiesen.

Eine Bitte an die Flächenbesitzer

Nun bittet das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft die Flächenbesitzer, in den beiden Monaten die Befahrung der Neißeauen und die Entnahme der Steckhölzer zu dulden. Immerhin geht es um eine vom Aussterben bedrohten heimische Baumart.

Das Landratsamt Görlitz hat eine Liste der betroffenen Flurstücke übermittelt. Die Arbeiten können aber auch auf Nachbargrundstücken notwendig werden, weil sich größere Vorkommen erst vor Ort genau lokalisieren lassen.

Hier werden die Schwarz-Pappeln zum Genspender:

    • Gemeinde Neißeaue:
      Zodel Flur 3, Flurstücke 110, 156, 157
      Deschka Flur 5, Flurstücke 176 und 261
      Deschka Flur 7, Flustück 12
      Deschka Flur 8, Flur 94

    • Rothenburg/ OL:
      Rothenburg Flur 1, Flurstücke 684/2 und 578
      Rothenburg Flur 13, Flurstück 270
      Lodenau Flur 2, Flurstück 178
      Lodenau Flur 7, Flurstück 154/1

    • Krauschwitz:
      Klein Priebus Flur 2, Flurstück 240
      Klein Priebus Flur 3, Flurstück 322/7
      Skerbersdorf Flur 3, Flurstück 1
      Sagar Flur 4, Flurstück 1

    • Neißeaue:
      Deschka Flur 4, Flurstück 98

    Fragen?

    Wer sich näher erkundigen möchte, kann beim Sachsenforst, Referat 42 Forstgenetik, anrufen; dort ist Herr Weinbrecht unter Tel. 03501 - 54 22 83 erreichbar.

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  • Quelle: red | Bildquelle: Landratsamt Görlitz
  • Erstellt am 28.12.2015 - 14:16Uhr | Zuletzt geändert am 28.12.2015 - 14:57Uhr
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