Veranstaltungstipp: Gesellschaft geht auch anders
Schwarzenberg/Erzgebirge, 10. April 2013. Als im Jahr 1990 eine führende Partei der alten Bundesrepublik mit dem Slogan "Keine Experimente!“ der Ex-DDR das bundesdeutsche Staats- und Wirtschaftssystem überstülpte, suggerierte sie damit zugleich die Alternativlosigkeit dieses Vorgehens - ganz im Sinne der „entweder-oder“ Demagogie, wie sie auch die früheren DDR-Machthaber praktizierten. Dass es auch hätte anders kommen können in den deutschen Entscheidungstagen - 1945 wie 1990 - zeigt das Beispiel der unbesetzten Zone um Schwarzenberg, das zur Legende der "Freien Republik Schwarzenberg“ wurde. Der hundertste Geburtstag von Stephan Heym ist Anlass, mit Hilfe seines Romans "Schwarzenberg" zu reflektieren.
Mit Peter Sodann, Matthias Zwarg und der Künstlergruppe Zone

In der unbesetzten Amtshauptmannschaft Schwarzenberg hatte am 12. Mai 1945 ein antifaschistischer Aktionsausschuss die Macht übernommen und Ansätze eines demokratischen Gemeinwesens geschaffen, die ein jähes Ende fanden, als am 26. Juni 1945 - notgedrungen - die Sowjetarmee einmarschierte.
Die Utopie der Freien Republik Schwarzenberg inspirierte Volker Braun und Stephan Heym zu Büchern über das unbesetzte Gebiet, wo Entwicklungen ohne das Diktat der Siegermächte einsetzten. Auch Historiker publizierten über den historischen Moment, der die Entwicklung einer Gesellschaft aus sich selbst heraus zuließ - eine Situation, durchaus vergleichbar den Umwälzungen von 1989/1990.
"Aber lassen sie uns doch den Traum!"
Der hundertste Geburtstag von Stephan Heym, geboren in Chemnitz, als Emigrant in der US Army kämpfend und im wiedervereinigten Deutschland mit PDS-Mandat parteiloser Alterspräsident des Deutschen Bundestags, ist Anlass für eine Veranstaltung am historischen Ort in Schwarzenberg, die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen gemeinsam mit der Künstlergruppe Zone, Schwarzenberg, ausgerichtet wird - Titel: "Aber lassen sie uns doch den Traum!"
Programm
Nach der Eröffnung durch die Schwarzenberger Oberbürgermeisterin Gudrun Hiemer (CDU) führt der Journalist und Publizist Matthias Zwarg in das Thema ein.
Es folgt eine szenische Lesung aus Heyms Roman "Schwarzenberg“ mit Franz Sodann.
Anschließend wird der Film "Der Krieg war aus und keiner kam“ gezeigt. Die Veranstaltung endet mit einer Führung durch die Ausstellung der Künstlergruppe Zone.
Prädikat: Unbedingt hingehen!
Sonnabend, 20. April 2013, 15 Uhr
Atelier Jörg Beier,
Karlsbader Straße 5z, 08340 Schwarzenberg/Erzgebirge
(ehemalige Jugenstil-Turnhalle im Park Ottenstein,
gegenüber Ausfahrt Kaufland-Parkplatz,
von dort bitte zu Fuß noch 150 Meter in den Park Ottenstein laufen)
Mehr:
http://www.freie-republik-schwarzenberg.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Republik_Schwarzenberg
http://www.rosalux.de/event/48074/aber-lassen-sie-uns-doch-den-traum-stefan-heym-und-schwarzenberg.html
Literatur:
- Stefan Heym: Schwarzenberg (Roman). Bertelsmann, München 1984. ISBN 3-570-00140-7.
- Volker Braun: Das unbesetzte Gebiet. (Erzählung) Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2004. ISBN 3-518-41634-0.
- Gareth Pritchard: Niemandsland: A History of Unoccupied Germany, 1944-1945. Cambridge University Press, Cambridge 2012. ISBN 978-1107013506.
- Lenore Lobeck: Die Schwarzenberg-Utopie: Geschichte und Legende im „Niemandsland“. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2004. ISBN 3-374-02231-6.
- Jochen Czerny (Hsg.): Republik im Niemandsland. Ein Schwarzenberg-Lesebuch, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Schkeuditz, 1997, ISBN 978-3-929994-94-0.
- Werner Groß: Die ersten Schritte. Der Kampf der Antifaschisten in Schwarzenberg während der unbesetzten Zeit Mai/Juni 1945 (Schriftenreihe des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte Berlin: Studien zur Zeitgeschichte, Band 1). Rütten & Loening, Berlin 1961.
(Literaturquelle: Wikipedia)
Für Lehrer und Schüler:
HEYMAT – Was ist das?
Video-Interviews mit Vertriebenen Flüchtlingen und Flüchtlingen,
Arbeitsblätter für den Schulunterricht



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- Quelle: red | Fotos: BeierMedia.de
- Erstellt am 10.04.2013 - 13:28Uhr | Zuletzt geändert am 27.04.2021 - 12:26Uhr
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